NEUMARKT. Eine 52jährige Neumarkterin lernte über ein Flirt-Portal einen angeblichen Soldaten kennen - und wurde um 72.700 Euro angezockt.
Bereits im Februar nahm der unbekannte Täter zunächst über das Flirtportal und später über Whatsapp Kontakt zu der 52jährigen Frau auf. Er gab sich als „deutsch-britischer Soldat in Afghanistan“ aus und baute im Laufe der Zeit ein platonisches Liebesverhältnis zu der Dame auf.
Im Zuge ihres „Vertrauensverhältnisses“ wollte der angebliche Soldat ihr einen „Koffer mit Papieren und Gold“ nach Deutschland schicken. Dafür sei aber natürlich vorab eine finanzielle Unterstützung durch die Frau nötig. Schließlich überwies die Frau einen Gesamtbetrag von über 72.700 Euro auf ein fremdes Konto.
Da sie seitdem weder vom Koffer noch vom „Soldaten“ etwas sah oder hörte, erstattete Sie Anzeige bei der Neumarkter Polizei.
Das „Love- oder Romance-Scamming“ ist nach Angaben der Polizei besonders perfide und für die Opfer mit hohem emotionalem Stress verbunden. In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken sind die Scammer auf der Suche nach potenziellen Opfern. Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, werden sie mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft – und zwar einzig und allein mit dem Ziel, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die virtuellen Partner geben zum Beispiel vor, bei einer Geschäftsreise nach Westafrika in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen Geld für eine wichtige Operation ihres Kindes oder eines Angehörigen. Auch gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen das ahnungslose Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen.
Und viele würden dies auch tatsächlich tun, schließlich seien sie zu diesem Zeitpunkt schon von ihrem Internet-Partner emotional abhängig.
Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich davor, unbekannten Personen oder Internetbekanntschaften Geldsummen zu überweisen oder diesen persönliche Kontodaten oder PIN-Nummern zu übermitteln.
Am letzten Freitag erhielt eine 58jährige Frau den Anruf eines unbekannten Täters. Der Anrufer versprach ihr einen Gewinn in Höhe von 83.000 Euro, den sie zuvor über die Herausgabe von Steaming-Gutscheincodes für die angebliche Spieleplattform „absichern“ sollte. Dafür übermittelte die Frau telefonisch Codes im Wert von 850 Euro. Auf den Gewinn wartet sie natürlich immer noch.