Mai-Feier abgesagt

Ein Bild aus früheren Jahren: Gewerkschafter trafen sich am 1. Mai vor dem Neumarkter Rathaus
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NEUMARKT. Die traditionelle Mai-Kundgebung des deutschen Gewerkschaftsbundes in Neumarkt wurde erwartungsgemäß auch heuer abgesagt.
„Das Corona-Virus zwingt uns auch dieses Jahr zu dieser Entscheidung“,
sagte DGB-Kreisvorsitzender Michael Meyer. Solidarität heiße wie im letzten Jahr: „Abstand halten - das gilt auch für unsere Maikundgebung in Neumarkt“.
Die Corona-Pandemie sei eine enorme Belastung für die Gesellschaft. Sie zeige, welche Ungerechtigkeiten und Probleme existieren, und sie verschärfe viele dieser Konflikte. Dabei seien es häufig die ohnehin Benachteiligten, die von der Krise und ihren Folgen mit der größten Härte und Wucht getroffen werden – „Menschen in prekärer Beschäftigung, Beschäftigte in der Altenpflege, Kinder aus bildungsfernen Haushalten oder Frauen, die häufig wieder verstärkt in alte Rollenmuster gedrängt werden“, so Meyer.
Es sei nachvollziehbar, wenn viele Menschen gestresst und frustriert seien, Ängste und Sorgen hätten und die Krisenpolitik der Bundesregierung kritisch hinterfragten. Man habe gesehen, dass Impfstoff- und Schnelltestbeschaffung „nicht gerade optimal“ gelaufen seien und „wie sehr der öffentliche Dienst und die öffentliche Daseinsvorsorge kaputt gespart“ würden.
Kritik an der Krisenpolitik sollte aber dort eine Grenze haben, wo die Gesundheit und das Leben Anderer gefährdet werden, sagte der Kreisvorsitzende. „Wer das Virus und seine Gefahren schlicht leugnet und darauf pocht, sich an keine Abstands- und Hygieneregeln halten zu wollen, kritisiert nicht die staatliche Autorität, sondern ist nur rücksichtlos egoistisch und unsolidarisch“. Niemand dürfe die Pandemie als Vorwand nehmen, um „Demokratieverachtung, Verschwörungserzählungen, Antisemitismus und Hass Gehör zu verschaffen“.
Unter dem Deckmantel der Verteidigung von Grundrechten und Freiheit habe sich im letzten Jahr „eine gefährliche Mischung aus Rechtsextremisten, Reichsbürgern, Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Esoterikern zusammengefunden, um ihre unsolidarische Hetze zu verbreiten“, sagte Meyer. Wer gemeinsam mit Rechtsradikalen auf die Straße gehe, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, verteidige nicht die Demokratie, sondern greife sie an.
Neben Aktionen vor Ort werde der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Mai über die sozialen Medien wie im vergangenen Jahr wieder einen Livestream senden. Denn es sei wichtiger denn je zu zeigen, dass die Gewerkschaften für die Menschen in diesem Land aktiv sind, sagte DGB-Regionssekretärin Katja Ertl
21.04.21
Neumarkt: Mai-Feier abgesagt