Viele Handwerker zufrieden


Trotz guter Auftragslage im Gesamthandwerk mussten manche Handwerksbereiche im ersten Konjunkturquartal 2022 Nachfrage- und Umsatzeinbußen einstecken, unter anderem das Lebensmittelgewerbe
Foto: Falk Heller
NEUMARKT. Das Geschäftsklima im Handwerk der Region blieb im ersten Quartal des neuen Jahres 2022 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorquartal.

45 Prozent der befragten Betriebe berichten von einer guten, 38 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Hauptgrund dafür ist vor allem das gute Auftragspolster, hieß es von der Handwerkskammer.

Mit Blick auf Materialknappheit, steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie den Fachkräfte- und Nachwuchsmangel seien die Zukunftserwartungen der Handwerksbetriebe jedoch deutlich eingetrübt; das zeige der Konjunkturbericht.

Zu Jahresbeginn haben die Auftragseingänge wieder deutlich zugelegt. Rund 28 Prozent, und damit beträchtlich mehr Betriebe als im Vorquartal mit 19 Prozent, verbuchten ein Auftragsplus. Nachfrageeinbußen erlitten zuletzt unter anderem das Gesundheitsgewerbe, das Lebensmittelgewerbe sowie die Handwerke für den privaten Bedarf. Der Auftragsvorlauf klettert im Gesamthandwerk auf einen neuen zwischenzeitlichen Höchstwert von 12,6 Wochen. Der durchschnittliche Vorjahreswert lag bei 10,6 Wochen. Im Bauhauptgewerbe beträgt die Auftragsreichweite aktuell 17,3 Wochen, im Ausbaugewerbe 14,6 Wochen. Gleichzeitig sind 90 Prozent der Betriebe weiterhin gut bis sehr gut ausgelastet.


Rückläufig war trotz guter Auftragslage die Umsatzentwicklung im ersten Quartal: Rund jeder dritte Betrieb und damit mehr als im Vorquartal meldete zuletzt einen Rückgang, dies betraf insbesondere das Lebensmittelgewerbe und das Kraftfahrzeuggewerbe. „Nahezu allen Gewerken bereiten die Preissteigerungen große Sorgen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Jürgen Kilger. Neun von zehn Betrieben sind laut Bericht direkt betroffen. Rund zwei Drittel der Betriebe sehen sich gegenwärtig gezwungen, steigende Einkaufspreise an ihre Kunden mit höheren Verkaufspreisen weiterzugeben. Auf höhere Preise müssen sich vor allem Kunden im Baubereich sowie im Lebensmittelgewerbe einstellen. Deutlich zurückhaltender bei Preiserhöhungen sind die zuletzt von der Pandemie gebeutelten Handwerke für den privaten Bedarf sowie das Gesundheitsgewerbe.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt die wirtschaftliche Lage für einen großen Teil der Handwerker aktuell in einer guten bis befriedigenden Situation“, sagt Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber. Die sehr gute Auftragslage zeige, wie wichtig die Branche für die Region sei. Teile des Handwerks blickten positiv in die Zukunft, doch Zuversicht sei nicht bei allen Betrieben gegeben, verhaltener zeigten sich vor allem Betriebe im Baubereich und in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Jedoch: „Unsicherheiten sind in allen Branchen unverkennbar“, so Georg Haber. „Materialengpässe, explodierende Preise und der Fachkräftemangel sind die größten Bremsklötze auf dem Weg raus aus der Pandemie“.
04.05.22
Neumarkt: Viele Handwerker zufrieden
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