Viele Sicherheitsvorkehrungen

In Dietfurt ist an einem Tag im Jahr alles chinesisch. Sogar ein Kaiser-Paar hat man
Foto: obx-news/Karl Donauer
NEUMARKT. Was waren das für Zeiten, als die Dietfurter sich einfach als Chinesen verkleideten und feierten, als gäbe es kein Morgen?
Heute müssen sie sich wegen des Chinesen-Faschings gegen Rassismus-Vorwürfe wehren. Und die Großveranstaltung braucht ein umfangreiches Sicherheits-Konzept.
Nachdem Vorwürfe gegen den weithin bekannten Faschings-Umzug laut wurden hat man in Dietfurt reagiert: man versprach Besserung beim besonders kritisierten „Yellowfacing “ und will sich jetzt die Gesichter nicht mehr gelb anmalen.
Doch auch unabhängig von dieser Kritik ist die unbeschwerte Faschingsgaudi der letzten Jahr vorbei: inzwischen muß man sich auch gegen Attentate rüsten. In Dietfurt sollen mobile Zufahrtssperren wie zum Beispiel schwere Betonmischer Attentatsversuche mit Autos oder Lastautos verhindern, hieß es.
Seit dem 19. Jahrhundert gelten die Dietfurter als die "Chinesen Bayerns". Am 27.Februar erleben die Besucher der Oberpfälzer Stadt wieder, warum das so ist: Ostbayerns Faschingshochburg feiert auch 2025 ganz im Zeichen des Reichs der Mitte.
Eine Anekdote erzählt den Ursprung des verrückten Treibens, das den Dietfurtern den Titel "Bayerische Chinesen" einbrachte. Demnach soll irgendwann in der Stadtgeschichte der Steuereintreiber des Bischofs in das Städtchen gereist sein, um höhere Abgaben einzutreiben. Die Nachricht vom Besuch gelangte aber vor dem Steuereintreiber in die Stadt. Die Bürger verbarrikadierten die Tore und der Gesandte des Bischofs musste ohne Geld abziehen. Seinem Bischof erzählte er dann: Die verstecken sich hinter ihrer Mauer wie die Chinesen.
Ob die Erzählung stimmt, weiß auch in Dietfurt keiner so genau. Verbürgt ist aber ein Kalender von 1860 und eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 1869, wo bereits damals die Dietfurter als Chinesen bezeichnet wurden und von einem Chinesen-Viertel die Rede ist.
Der Grundstein für die Faschingstradition wurde aber erst 1928 gelegt, als die Stadtkapelle erstmals in China-Gewändern auftrat. Mit der Wahl des ersten Kaisers beim Festzug im Jahr 1954 wurde der Dietfurter Fasching, wie er bis heute am Unsinnigen Donnerstag gefeiert wird, gegründet.
24.02.25
Neumarkt: Viele Sicherheitsvorkehrungen