164 Eichhörnchen im Landkreis Neumarkt erfasst

164 Eichhörnchen wurden im Landkreis Neumarkt gemeldet
Foto: Brigitte Lutzner
NEUMARKT. Im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts des Bundes Naturschutz wurden auch insgesamt 164 Eichhörnchen im Landkreis Neumarkt erfasst.
Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wälder und offene Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt.
Seit fast sechs Jahren sammelt der Bund Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch in Neumarkt beteiligen sich die Bürger fleißig an der Datenerhebung.
Die Eichhörnchen gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch weiß man erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation. Seit April 2020 sammelt der Bund Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit einer entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.
Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, sagte Katrin Mayer von der BN-Kreisgruppe Neumarkt. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis Neumarkt wurden bislang 138 Sichtungen mit insgesamt 164 Eichhörnchen gemeldet.
Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.
Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.
Besonders konkret für den Artenschutz sind die Ergebnisse zu Verkehrsopfern. Allein 2025 wurden 476 tote Eichhörnchen gemeldet, rund 60 Prozent davon im direkten Umfeld von Straßen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld von Eichhörnchenseilbrücken deutlich zurück. „Das zeigt, dass gezielte Maßnahmen vor Ort Leben retten können“, sagte Sigrid Schindler, die Vorsitzende der Kreisgruppe Neumarkt.
Die beste Zeit, Eichhörnchen zu beobachten, ist jetzt: Im Winter und im zeitigen Frühjahr sind die Tiere ohne Laub besser zu sehen, zudem beginnt die Paarungszeit. Der Bund Naturschutz reif deshalb dazu auf, weiterhin genau hinzuschauen und Beobachtungen zu melden. Jede Meldung helfe, die Situation der Eichhörnchen in Bayern besser zu verstehen und sie zu schützen.
22.01.26
Neumarkt: 164 Eichhörnchen im Landkreis Neumarkt erfasst