Dicke Eisschollen

Trotz 40 Zentimeter dicker Eisschollen: die Schifffahrt bleibt auf dem Main-Donau-Kanal in Bewegung
Foto: Ewa Wisniewski
NEUMARKT. Eis, Schnee und anhaltende Kälte prägen derzeit den Main-Donau-Kanal im Landkreis Neumarkt. Dennoch bleibt die Wasserstraße schiffbar.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn als höchstgelegene Großschifffahrtsstraße Europas ist der Kanal bei winterlichen Bedingungen besonders gefordert.
Anders als in natürlichen Flüssen treiben Eisschollen hier nicht ab, sondern verbleiben im Kanal, bis steigende Temperaturen das Eis wieder auflösen.
Aktuell haben sich zusammengeschobene Eisschollen stellenweise zu einer bis zu 40 Zentimeter dicken Eisdecke aufgebaut. Auf dem Abschnitt zwischen den Schleusen Bamberg und Bachhausen ist der Kanal zu 80 bis 100 Prozent vereist. Für die Schifffahrt stellt dies eine extreme Situation dar - und für das zuständige Donau/Main-Donau-Kanal eine besondere Herausforderung.
"Diese Lage fordert uns enorm, doch wir sind auf solche Bedingungen vorbereitet", sagte Amtsleiter Guido Zander. Vier Eisbrecher der Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Donau und Main sind im Einsatz. Hinzu kommen Eisfreihaltungsanlagen an den Schleusen sowie ein hochkonzentrierter Personaleinsatz. Ziel ist es, den Kanal auch unter diesen Bedingungen offen zu halten.
Ganz ohne Einschränkungen ist das jedoch nicht möglich. Die maximale Länge großer Schifffahrtsverbände wurde vorsorglich von 190 auf 180 Meter reduziert, zudem ist der Schleusenbetrieb in der Nacht eingestellt. Solange sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt bewegen, sollen diese Regelungen bestehen bleiben.
Für die Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt bedeutet der Wintereinsatz lange Arbeitstage und hohe körperliche Belastung. "Die Arbeit ist fordernd, doch die Freude darüber, den Schifffahrtsbetrieb auch unter extremen Bedingungen aufrechterhalten zu können, lässt die Anstrengungen schnell vergessen", so Zander.
Sollten die Temperaturen über längere Zeit deutlich unter null Grad fallen, könnte dennoch eine vollständige Einstellung des Schiffsverkehrs notwendig werden. Zuletzt war dies im Eiswinter 2017 der Fall. Derzeit deutet jedoch nichts auf eine vergleichbare Entwicklung hin.
obx
02.02.26
Neumarkt: Dicke Eisschollen