Vorwürfe zurückgewiesen

NEUMARKT. In München startete der Prozess um den Finanzskandal im Bistum Eichstätt. Die beiden Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück.

Der im Januar geplante Auftakt des Prozesses war geplatzt, da einer der Angeklagten nicht gekommen war (wir berichteten).

Bei dem Prozess vor dem Münchner Landgericht sollen die Hintergründe des Finanzskandals aufgeklärt werden, bei dem die Diözese Eichstätt bei windigen Geschäften zig Millionen in den Sand gesetzt hat.

Dem ehemaligen Vize-Finanzdirektor (60) werden in 22 Fällen Untreue und in 24 Fällen Bestechlichkeit sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Der zum Prozessauftakt aus „gesundheitlichen Gründen“ nicht erschienene Immobilienentwickler muss sich wegen 25 Fällen der Bestechung, 24 Fällen der Anstiftung zur Untreue und fünf Fällen der Untreue verantworten.

Die beiden Angeklagten ließen von ihren Verteidigern vor Gericht erklären, dass die umstrittenen Anlageprojekte der Diözese keineswegs so windig gewesen seien wie dargestellt. Die Anlagen seien vielmehr deshalb gescheitert, weil das Bistum das Kapital zu früh abgezogen habe. Der stellvertretende Finanzdirektor sagte, sein Vorgesetzter sei ständig über alle Vorgänge informiert gewesen. Er habe sich immer an die „nicht konservative“ Anlagestrategie des Bistums gehalten.


Inzwischen wurde auch bekannt, dass der im letzten Jahr zurückgetretene Eichstätter Bischof als Zeuge im Prozess gehört werden soll. Er hatte den Finanzskandal damals öffentlich gemacht.

Bei allem Verlust hatte das Bistum Eichstätt offenbar auch noch Glück: ein großer Teil des scheinbar verlorenen Geldes konnte man zurückholen. Mit dem amerikanischen Projektentwickler wurde 2022 ein Vergleich mit einem Volumen von 26 Millionen Euro geschlossen. in Eichstätt glaubt man, dass der entstandene Schaden mit weniger als 30 Millionen Dollar niedriger ausfalle als früher angenommen.
10.02.26
Neumarkt: Vorwürfe zurückgewiesen
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