Naturfreunde können auch im Landkreis helfen

Diese Blaumeise hat einen Nistkasten gefunden
Foto: Michael Bangerter
NEUMARKT. Mit Nisthilfen und naturnahen Gärten können Naturfreunde aktiv zum Artenschutz beitragen, hieß es vom Bund Naturschutz.
Der Verlust naturnaher Lebensräume treffe Vögel und Bestäuber auch im Landkreis Neumarkt immer stärker.
Die Neumarkter Kreisgruppe des Bundes Naturschutz rief dazu auf, noch jetzt im
Februar am Haus und im Garten Nistkästen für Vögel aufzuhängen. Viele
heimische Arten wie Meisen, Kleiber oder Sperlinge beginnen bereits ab
milden Februartagen mit Balz und Reviersuche. Wer die Kästen früh anbringt,
gibt den Vögeln Zeit, sich an den Standort zu gewöhnen und sie zur Brutsaison
zu nutzen.
„Moderne Gebäude und gepflegte Gärten bieten kaum noch
natürliche Nistplätze, daher sind Kästen und naturnah gestaltete Gärten eine
wichtige Hilfe“, sagte Alfons Greiner von der Kreisgruppe.
Blühpflanzen, heimische Sträucher, wilde Ecken und der Verzicht auf Pestizide
sorgen außerdem dafür, dass Vögel überhaupt genug Nahrung finden.
Auch Hummeln brauchen passende Lebensräume. Die meisten der
heimischen Hummelarten nisten unterirdisch, beispielsweise in verlassenen
Mäusenestern. Ein Hummelnistkasten ahmt solche natürlichen Nester nach.
Manche Hummelköniginnen erwachen an milden Tagen oft schon ab Ende
Februar und gehen dann zunächst auf Futtersuche. Ihren Nistplatz wählen sie
dann ab März in der Nähe von blühenden Pflanzen aus. Sind keine natürlichen
Nistplätze vorhanden, sind fertige Hummelhäuser eine gute Alternative. Wer
ein Hummelhaus im zeitigen Frühjahr an einem schattigen, trockenen Platz mit
freier Anflugbahn aufstellt, erleichtert ihnen den Start in die Saison.
„Hummeln
bestäuben neben unseren Wild- auch viele Nutzpflanzen. Ohne sie gäbe es
deutlich weniger Obst und Gemüse“, sagte Kerstin Nickel-Bielaczek von der
Kreisgruppe Neumarkt.
Wichtig ist Geduld: Nicht jedes Hummelhaus wird sofort besiedelt, denn die
Tiere wählen ihren Nistplatz sehr gezielt aus. Die Chancen steigen deutlich,
wenn der Garten bummel-freundlich gestaltet ist, etwa mit vielen Wildblumen,
ungepflegten Ecken und ganz ohne Gifte.
Ab 20. März veranstaltet der Bund Naturschutz zusätzlich wieder eine „Hummel-Challenge“, bei der die Tier ein der Region gesucht und bestimmt werden sollen.
22.02.26
Neumarkt: Naturfreunde können auch im Landkreis helfen