Neumarkter abgezockt

Im Raum Neumarkt wurde ein Anlagebetrüger festgenommen - aber inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt
Symbolfoto: Pixabay
NEUMARKT. Anlagebetrüger haben einen 60jährigen Neumarkter um mehr als 300.000 Euro abgezockt. Jetzt wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.
Das 60jährige Opfer aus dem Landkreis Neumarkt hatte in Erwartung gewaltiger Gewinne immer wieder große Summen auf ein Konto in Malta überwiesen. Als wieder ein Vertreter bei ihm aufkreuzte schlug die Polizei zu.
Ein 69jähriger Mann aus Niedersachsen wurde am Montag im Landkreis Neumarkt vorläufig festgenommen. Er steht im Verdacht, in einen groß angelegten Anlagebetrug verwickelt zu sein, bei dem ein 60jähriger Geschädigter über Monate hinweg mit falschen Versprechungen zur Zahlung hoher Beträge verleitet wurde. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt.
Bereits im Mai 2025 hatte der Neumarkter Anzeige wegen Anlagebetrugs erstattet, nachdem er auf betrügerische Angebote hereingefallen war und eine Summe im unteren fünfstelligen Eurobereich überwiesen hatte. Etwa drei Monate nach der Anzeige wurde der Mann erneut von unbekannten Tätern kontaktiert, die ihm vermitteln wollten, dass er noch sogenannte „Servicegebühren“ für eine Auszahlung zahlen müsse. Obwohl der Mann aus dem Landkreis nach der Anzeige hätte wissen müssen, dass es sich um Betrüger handelt, zahlte er weiter große Summen.
Über mehrere Monate hinweg wurde der Geschädigte per Email durch sogenannte „Broker“ immer wieder zu Zahlungen in Höhe von insgesamt über 300.000 Euro aufgefordert, wobei er das Geld auf maltesische Kontonummern überwies. Im Februar 2026 meldete das Opfer, dass einmal ein Mann und ein anderes Mal eine Frau zu seinem Wohnanwesen gekommen seien. Sie gaben an, im Auftrag des vermeintlichen Anlageberaters zu handeln und mit ihm sprechen zu müssen. Die Angehörigen des Geschädigten wiesen beide Personen ab.
Am Montag informierte der Mann die Polizei erneut, dass wieder ein angeblicher „Vertreter“ zu ihm gekommen sei und sich in seinem Haus aufhalte. Dank des Zutuns des 60jährigen Geschädigten gelang es der Polizei, den 69jährigen Tatverdächtigen vor Ort festzunehmen.
Der Mann wurde nach Beendigung der Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.
Um Betrugsversuche wie diesen frühzeitig zu erkennen und sich davor zu schützen, ist es entscheidend, aufmerksam zu sein und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, hieß es von der Polizei. Dazu gibt sie diese Tipps:
- Seien Sie misstrauisch, wenn Sie unerwartet von „Brokern“ oder „Vertretern“ kontaktiert werden, die hohe Gewinne oder Auszahlungen versprechen
- Zahlen Sie niemals Geld für vermeintliche „Servicegebühren“, „Verwaltungsgebühren“ oder ähnliche Forderungen, insbesondere wenn diese über Email oder telefonische Kontaktaufnahme gestellt werden
- Achten Sie darauf, dass seriöse Unternehmen keine Zahlungen über private Konten oder im Ausland verlangen
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und holen Sie bei verdächtigen Angeboten immer eine zweite Meinung ein
- Bei verdächtigen Kontaktaufnahmen wenden Sie sich umgehend an die Polizei und erstatten Sie Anzeige
25.02.26
Neumarkt: Neumarkter abgezockt