Zwei tote und sechs schwerverletzte Radler

Die Polizei will kontrollieren, aufklären und Radler direkt ansprechen
Foto: Archiv/ Polizei
NEUMARKT. Zwei tote und sechs schwerverletzte Radfahrer im Landkreis allein im Mai - bei der Polizei macht man sich wegen dieser Entwicklung Sorgen.
Am Mai-Feiertag ereigneten sich gleich zwei tödliche Unfälle mit Fahrradfahrern. In den Tagen und Wochen danach kam es immer wieder zu schwer verletzten Radlern im Landkreis Neumarkt.
Schon im letzten Jahr stieg die Zahl der Radfahrer-Unfälle kräftig an - im Bereich der Neumarkter Polizei zum Beispiel von 143 auf 163. In 62 Fällen waren dabei Elektro-Fahrräder beteiligt. Im letzten Jahr gab es dabei 150 Verletzte und zwei Todesopfer.
Zweiradfahrer zählen zu den besonders schutzlosen Verkehrsteilnehmern, hieß es bei der oberpfälzer Polizei, wo man ebenfalls mit stark steigenden Zahlen von Fahrrad-Unfällen zu kämpfen hat.. Schon kleine Fehler im Straßenverkehr hätten oftmals schwerwiegende Folgen, bis hin zum Tod. Man setze deshalb neben Kontrollen weiterhin auf Aufklärung, Prävention und die direkte Ansprache aller Verkehrsteilnehmer.
„Jeder Unfall und jeder Verletzte ist einer zu viel“, sagte Robert Fuchs, der Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Er appellierte an alle, im Straßenverkehr besonders aufmerksam zu sein, das Tempo anzupassen und jederzeit mit Fehlern anderer zu rechnen. Gerade beim Abbiegen, Überholen und Einfahren auf Vorfahrtsstraßen seien Zweiradfahrer besonders gefährdet.
Im April führte das Polizeipräsidium im Rahmen der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion „Zweiräder im Blick“ verstärkt Schwerpunktkontrollen im Zweiradverkehr durch. Ziel war es, Zweiradfahrer im Hinblick auf Verkehrsunfälle und die eigene Sicherheit zu sensibilisieren. An diesem Tag wurden in der Oberpfalz insgesamt 1078 Verkehrsteilnehmer kontrolliert und 388 Regelverstöße festgestellt - viele auch im Landkreis Neumarkt.
Und das sind die Tipps, die die Polizei den Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern beim Umgang mit Radlern gibt:
- Helm tragen kann Leben retten
- Licht und Sicht: immer gut sichtbar unterwegs sein mit reflektierender Kleidung und funktionierender Beleuchtung
- Abstand halten: Autofahrer müssen beim Überholen ausreichend Seitenabstand halten (innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter) und beim Abbiegen besonders sorgfältig auf Zweiradfahrer achten
- Vorausschauend fahren, Handzeichen rechtzeitig geben, toten Winkel beachten
- Kein Smartphone am Steuer. Weder beim Zweirad noch an einem anderen Steuer
- Defensiv fahren und riskante Manöver vermeiden
27.05.26
Neumarkt: Zwei tote und sechs schwerverletzte Radler