„Neumarkter Union“ spaltet sich von Kreistags-CSU ab

Schon bei der konstituierenden Sitzung des neuen Kreistags wurde von einem bevorstehenden Paukenschlag geraunt
Foto: Archiv/ René Meyer
NEUMARKT. Der nach dem Wahldesaster bei der Kreis-CSU erwartete große Knall führte jetzt zu einer Spaltung in eine weitere Kreistags-Fraktion.
Mit einer „Neumarkter Union“ (NU), deren Mitglieder die CSU-Fraktion verlassen haben, werde sich im Kreistag des Landkreises Neumarkt eine neue Fraktion mit sechs Kreisräten bilden, heißt es in einer Mitteilung am Montag. Zur Fraktionsvorsitzenden wurde Dr. Katharina Ziegler gewählt, die bei der Landratswahl als CSU-Kandidatin gescheitert ist. Stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist Dr. Christine Meier, Geschäftsführerin ist Ilse Werner. Mit zur Fraktion gehören Rita Götz, Dr. Martin Hundsdorfer und der frühere CSU-Fraktionsvorsitzende Alois Scherer.
Dr. Katharina Ziegler bei der Stimmabgabe
Foto: Privat
Die Gründung der „Neumarkter Union“ sei das Ergebnis eines „intensiven politischen Klärungsprozesses in den vergangenen Wochen“, hieß es. Ziel der neuen Fraktion sei es, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft des Landkreises aktiv mitzugestalten.
Wie vielfach berichtet hatte vor allem Ex-MdB Alois Karl und seine Senioren-Union nach der verlorenen Landratswahl den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Alois Scherer dafür verantwortlich gemacht. Alois Scherer verlor dann auch prompt den Fraktions-Vorsitz an Christian Schmid aus Velburg.
Die jetzt abgespaltene „Neumarkter Union“ glaubt aus dem Wahlergebnis herauslesen zu können, dass „über 30.000 Wähler bei der Landratswahl und 65.000 Stimmen bei der Kreistagswahl hinter der neuen Fraktionsvorsitzenden (der neuen „Neumarkter Union“. Anm.d.Red.) stehen und ihr einen klaren Auftrag zur Mitgestaltung der Landkreispolitik gegeben haben“. Dieser Auftrag könne nur mit der Stimme einer Fraktionsvorsitzenden zielgerichtet gemeinsam mit der Fraktion umgesetzt werden, heißt es in der Mitteilung weiter.
Die „Neumarkter Union“ verstehe sich als konstruktive Kraft der politischen Mitte mit einem klaren Fokus auf den Zukunftsthemen des Landkreises, hieß es. Dazu zählten insbesondere eine starke medizinische Versorgung, die Weiterentwicklung des Klinikums Neumarkt, eine moderne und serviceorientierte Verwaltung, die Stärkung der Schulen und Bildungseinrichtungen, die Unterstützung von Familien sowie die Förderung von Ehrenamt, Wirtschaft und Landwirtschaft.
Die „Neumarkter Union“ setze auf eine „sachorientierte und konstruktive Zusammenarbeit im Kreistag“. Dabei sei die Zusammenarbeit mit der Landkreisverwaltung ebenso wichtig wie der respektvolle Austausch mit der CSU-/JU-Fraktion sowie allen weiteren demokratischen Fraktionen und Gruppierungen, hieß es.
01.06.26
Neumarkt: „Neumarkter Union“ spaltet sich von Kreistags-CSU ab