Für Vorreiterrolle zu spät

Eine Handvoll Igel: dieses Baby wurde gerettet
Foto: Archiv/ Barbara Goettler
NEUMARKT. Sollen Mähroboter im Landkreis Neumarkt nur mehr tagsüber erlaubt sein? Der Bund Naturschutz unternimmt jetzt dazu einen zweiten Anlauf.
Inzwischen haben nämlich bereits mehrere Nachbarlandkreise - wie zuletzt auch Amberg-Sulzbach - ein solches Nachtfahrverbot für Mähroboter erlassen. Damit sollen Igel geschützt werden.
Die Neumarkter Ortsgruppe des Bundes Naturschutz hat bereits im September 2025 bei Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn den Antrag gestellt, die von der Stadt Bayreuth ausgearbeitete Allgemeinverfügung zum Verbot der nächtlichen Inbetriebnahme auch für Neumarkt dem Stadtrat vorzulegen. Leider blieb das Neumarkter Rathaus bisher stumm, hieß es von den Naturschützern.
Damals hätte die Stadt Neumarkt noch die erste in der Oberpfalz sein können, die hier beim Schutz des Wildtieres Igel beispielhaft vorangeht. Inzwischen haben Regensburg, Schwandorf, Amberg und andere Kreise und Städte diesen Schritt bereits vollzogen.
Die BN-Kreisgruppenvorsitzende Sigrid Schindler hat im März in der Naturschutzbeiratssitzung beim Landkreis den Antrag gestellt, dass er für alle Kommunen eine entsprechende Verordnung erlässt.
Wie viel Leid Mähroboter bei Igeln anrichten, davon kann Barbara Göttler von der Igelstation in Burggriesbach, die vom BN unterstützt wird, ein gar trauriges Lied singen. Ihre Online-Petition zu diesem Problem läuft derzeit.
Dabei sind Igel schon jetzt streng geschützt und jeder, der seinen Mäher nachts unbeaufsichtigt arbeiten lässt und dabei fahrlässig Igel verletzt oder gar tötet, verstößt gegen geltendes Artenschutzrecht. Alfons Greiner vom BN gibt zu bedenken, dass Jung-Igel auch von guten Sensoren nicht erfasst werden und Frösche, Kröten und anderes Kleingetier eine Begegnung mit den Geräten ebenfalls nicht überleben.
Auf völliges Unverständnis trifft beim Bund Naturschutz die Argumentation von Kommunalpolitikern und der Verwaltung, dass eine Regelung, die schwer zu überwachen ist, wenig bringen wird. „Dann müssten wir drei Viertel aller Gesetze und Verordnungen abschaffen“, hieß es.
14.06.26
Neumarkt: Für Vorreiterrolle zu spät