Seine ersten Jünger

Ben Distler stellte die Szene im Münster nach
Foto: Wittmann
NEUMARKT. Nach der Hochzeit zu Kana im Mai und der Taufe Jesu im Juni zeigt die Krippe im Neumarkter Münster jetzt, wie Jesus seine ersten Jünger kennenlernt.
Firmbewerber und Ministrant Ben Distler hat die Szene aufgestellt
Das Johannesevangelium beschreibt, dass Jesus am Tag nach seiner eigenen Taufe wieder an der Stelle vorbeikommt, wo Johannes tauft. Der weist seine Jünger erneut auf ihn hin. Zwei Jünger folgen Jesus, um zu sehen, wo er wohnt. Er zeigt es Ihnen und sie bleiben bei ihm.
Die beiden Jünger waren die künftigen Apostel Jakobus und Johannes. Jesus nennt die beiden Söhne des Zebedäus wegen ihrer ungestümen Art später die "Donnerbrüder". Als künftiger Evangelist hat Johannes sein Schreibzeug umgehängt, um alles aufzuschreiben. Dass sein älterer Bruder Jakobus später zum Pilgerapostel werden wird, deuten die Muscheln auf seinem Pilgermantel und Hut schon an, die von den zahlreichen Jakobswegen bekannt sind, die zu seinem Grab in Santiago de Compostela führen.
Die Szene gehört zu den weniger bekannten Bibelstellen. Und die dem Barock und seiner Kleiderordnung nachempfundene Kleidung stellt den Betrachter vor zusätzliche Herausforderungen. Am Beipiel der Jesusfigur wird das besonders deutlich. Es geht im Barock nicht darum, ihn so zu zeigen, wie er vor 2000 Jahren gekleidet war. Sondern: wegen seiner Stellung steht ihm das prächtigste Fürstengewand mit den glänzendsten Borten zu.
Die hat Bildhauermeister Norbert Tuffek aus Wendelstein vor Jahren persönlich aus Golddraht geklöppelt. Und das besondere Blau seines Moire-Gewandes ist für das "restliche Krippenvolk" sowieso tabu.
Johannes der Täufer ist Schutzpatron des Neumarkter Münsters. Deshalb wurde an seinem Geburtstag am 24. Juni das Patrozinium gefeiert. Das Datum dieses Johannistags leitet sich davon ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate älter als Jesus war; so wurde das Fest der Geburt des Täufers auf den Tag sechs Monate vor dem Heiligen Abend gelegt.
06.07.26
Neumarkt: Seine ersten Jünger