Wassermangel machte Treidel-Schiff zu schaffen

Eines der beiden Treidelschiffe mußte wegen des niedrigen Wasserstandes pausieren
Foto: Archiv/Gabi Röhrl
NEUMARKT. Die Hitze und der dadurch bedingte Wassermangel behinderten heuer auch die Treidel-Schifffahrt auf dem Ludwigskanal im Raum Mühlhausen.
Beim Treffen des Arbeitskreises „Erlebnis Kanal“ zum 180jährigen Jubiläum konnten sich die Mitglieder aber trotzdem treideln lassen - im historischen Treidelschiff „Elfriede“ bei Burgthann.
Vertreter von Tourismus und Wasserwirtschaft erfuhren dabei – gezogen von einer Pferdestärke namens Fritz - viel Wissenswertes über den alten Kanal, der als höchstgelegener Kanal Europas 100 Schleusen und 117 Brücken hat.
Für die 172 Kilometer von Kelheim an der Donau bis Bamberg an der Regnitz benötigte ein Treidelschiff früher etwa fünf Tage. Gefahren werden durfte nur tagsüber von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Das lag nicht nur in den Arbeitszeiten der Schleusenwärter, die teilweise mehrere Schleusen bedienen mussten.
Über Nacht musste erst wieder Wasser in die sogenannte Scheitelhaltung – also den höchsten Abschnitt des Kanals – zufließen. Denn mit jeder Schleusung fließt Wasser zu beiden Seiten der Scheitelhaltung talwärts. Die Trockenheit und Hitze in diesem Jahr waren so extrem, dass die drei wichtigen Leitgräben für die Wasserzuführung zum Kanal zum Teil trockengefallen sind. Das hat dazu geführt, dass der Wasserstand im Kanal bei Mühlhausen für das zweite Treidelschiff– die Alma Viktoria – zu niedrig war.
Beim anschließenden Treffen berichtete Christine Riel vom Tourismusbüro des Landkreises Neumarkt - hier liegt das längste noch vorhandene „nasse“ Stück -, dass die Idee eines gemeinsamen Programms zum diesjährigen Kanaljubiläum sehr gut angekommen sei. Mit Themen-Radtouren, naturkundlichen Führungen, Ausstellungen, Schleusenfesten und Besichtigungen hätten sich viele verschiedene Organisationen an dem Programm beteiligt.
Im September und Oktober 2026 stehen noch ein „fototechnischer“ Spaziergang, Schleusenbesichtigungen am Main-Donau-Kanal und eine Obstbaum-Pflanzaktion des Landschaftspflegeverbandes Bamberg auf dem Programm.
Denn Obstbäume seien Teil des kulturhistorischen Erbes am Ludwigskanal. Zur Stabilisierung der Dämme und als Zusatzeinkommen für die Schleusenwärter wurden vor 180 Jahren zehntausende Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschgenbäume gepflanzt. Heute stehen deutlich weniger Bäume am Kanalufer, denn auch der Kanal ist nur mehr in Teilen vorhanden. Und die meisten Bäume sind irgendwann nachgepflanzt worden. Aber es sind vor allem zwischen Neumarkt und Dietfurt immer noch hunderte Bäume.
Der Arbeitskreis Kanal hat sich vorgenommen, zum Thema Obstbäume am Kanal ein eigenes Treffen zu organisieren.
17.09.26
Neumarkt: Wassermangel machte Treidel-Schiff zu schaffen