Große weite Welt sollte das Opfer beeindrucken

Um viel Geld ging es bei den angeblichen Immobiliengeschäften
Symbolfoto: Pixabay
NEUMARKT. Ein Bauunternehmer aus dem Landkreis Neumarkt verlor bei Immobiliengeschäften mit mutmaßlichen Betrügern rund 900.000 Euro.
Dabei hätten Bargeld-Übergaben auf Parkplätzen oder Sicherheiten in Form von Fahrzeugbriefen für einen Rolls Royce oder Ferrari durchaus Zweifel an der Seriosität säen können.
Am Mittwoch begann der Prozeß gegen zwei Pärchen - das eine 44 und 34 Jahre, das andere 34 und 38 Jahre alt - die sich wegen Urkundenfälschung und Betrugs, versuchten Betrugs oder Beihilfe dazu verantworten müssen. Eigentlich sollte der Prozeß bereits am Dienstag beginnen, allerdings mußte der Start wegen eines erkrankten Schöffen verschoben werden.
Dem 62jährigen Bauunternehmer aus Freystadt traten die mutmaßlichen Gauner wie Mitglieder der großen weiten Finanzwelt gegenüber, die überall auf der Welt Grundstücke und Immobilien besitzen - einer von ihnen trat als „jüdischer Kaufmann“ auf.
Die beiden Pärchen drehten dem Bauunternehmer schließlich mehrere Immobilien an, darunter Mehrfamilienhäuser und Grundstücke in bester Lage. Entscheidender Fehler an dem Geschäft: die Sachen gehörten den Verkäufern gar nicht. Um den Käufer ruhigzustellen übergaben sie ihm als Sicherheit Fahrzeugbriefe teuerer Luxus-Autos - natürlich gefälscht.
Das Geld wurde nicht etwa überwiesen, sondern in bar übergeben - oft auf Parkplätzen oder in Parkhäusern.
Doch mißtrauisch wurde der Käufer erst, als das Quartett eine südafrikanische Goldmine ins Gespräch brachten, die ihnen selbstverständlich auch gehöre. Jetzt endlich ging der Unternehmer zur Polizei und die scheinbare Luxus-Welt der vier Angeklagten brach schnell zusammen.
Nach ursprünglicher Planung ist von der 13.Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth ein Urteil nach fünf Sitzungstagen am 13.November vorgesehen. Wegen des verzögerten Prozess-Starts kann es aber auch mit dem Urteil zu Änderungen kommen.
21.10.26
Neumarkt: Große weite Welt sollte das Opfer beeindrucken