Für Bahnhof demonstriert


Ohne Freibier und fähnchenschwenkende Schuljugend: In Pölling feierte man den 111. Geburtstag des Bahnhofs.

NEUMARKT. Vor 111 Jahren gab es zur Einweihung des Pöllinger Bahnhofs noch jede Menge Freibier. Jetzt ging es sparsamer zu - und die Pöllinger verbanden die kleine "Jubiläums-Feier" mit einer Demonstration für den Erhalt des Bahnhofs auch in S-Bahn-Zeiten.

Aus der Pöllinger Chronik

"1896 erhält nach mehreren Gesuchen die Gemeinde eine Haltestelle für Lokalpersonenzüge bei der Bahnüberfahrt gegen Rittershof.

Am 1. Mai dieses Jahres hält der erste Zug in Pölling früh 5.30 Uhr. Bereits die ganze Anwohnerschaft mit der fähnchenwinkenden Schuljugend war an der Stelle. Die Lokomotive war reichlich mit Kränzen geschmückt. Den Lokomotiv- und Zugführern wurde ein Frühschoppen verabreicht.

In gleicher Weise wurde der um 3 Uhr von Nürnberg kommende Zug feierlich empfangen. Die Gemeinde gab aus diesem Anlass zwei Hektoliter Freibier aus der Gemeindkasse."
200 Liter Freibier hatte vor 111 Jahren die damalige Gemeinde Pölling für die Einweihungsfeier des Bahnhofs springen lassen (siehe Chronik). Dazu war die jetzige Kommune - die Stadt Neumarkt - offenbar nicht zu bewegen. Doch genau wie damals überreichten die Pöllinger kleine Geschenke an das Zugpersonal eines haltenden Reisezuges.

Ernster Hintergrund der Feierlichkeiten zum etwas krummen Schnapszahl-Jubiläum war natürlich die kommende S-Bahn und die Sorge vieler Pöllinger, im Durcheinander der Diskussion um S-Bahn-Haltestellen in Woffenbach, Pölling oder "Goldener Mitte" könnte plötzlich der Pöllinger Halt verschwinden.

An der Demonstrations-Jubiläumsfeier nahmen dann auch zahlreiche Bürger aus Pölling und Rittershof teil. CSU-Ortsvorsitzender Günther Braun für Pölling und Theresia Stoll für Rittershof überreichten an das Zugpersonal kleine Geschenke und wollten damit "unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen und die Bedeutung unterstreichen, die diese Bahn-Haltestelle gestern, heute und auch in Zukunft für die Stadtteile Pölling und Ritterhof besitzt", hieß es.

Und so wurde auch nicht vergessen, die Vorteile des Pöllinger Bahnhofs herauszustellen: Es sei deshalb "nicht vermessen festzustellen, dass der Bahnhof Pölling erhalten bleiben muss und für die Bahnreisenden hier unverzichtbar ist", hieß es. Artig bedankten sich die Demonstranten auch "bei den verantwortlichen Politikern der Stadt, des Landes und des Bundes, die sich für den Erhalt und Ausbau unseres Bahnhofes einsetzen".

Man sei keinesfalls gegen eine S-Bahn Haltestelle Woffenbach, da eine solche auch für Bahn-Fahrgäste aus Pölling-Ost von Vorteil sein könne, hieß es. Vordringlichstes Anliegen der Pöllinger sei aber die Erhaltung "unserer Bahnstation, zum Wohle der Bahnreisenden der Stadtteile Rittershof und Pölling".
02.05.07
Neumarkt: Für Bahnhof demonstriert
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