"Sehr viel wert"
NEUMARKT. Die Eingliederung behinderter Menschen will der Bezirk besonders in drei Werkstätten im Landkreis Neumarkt fördern.
Der Bezirk Oberpfalz wird sich an dem Projekt "Eingliederung behinderter Menschen aus den Werkstätten für behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt" beteiligen, hieß es in der jüngsten Sitzung des Sozialhilfeausschusses. Damit soll versucht werden, Menschen mit Behinderung, die bisher eine Werkstätte besucht haben, auf dem freien Arbeitsmarkt zu integrieren.
Das Projekt soll in drei Werkstätten im Landkreis Neumarkt durchgeführt und vom Integrationsfachdienst Oberpfalz begleitet werden. "Dieser Versuch ist sehr viel wert", ist sich Bezirkstagspräsident Löffler sicher.
Die Bezirksräte stimmten auch der Schaffung weiterer Plätze für Menschen mit Behinderung und für psychisch kranke Menschen zu. Im einzelnen ging es um Anträge von Sozialeinrichtungen in Cham, Furth im Wald, Irchenrieth, Lappersdorf, Neumarkt, Regensburg, Reichenbach und Tirschenreuth.
- Im Raum Neumarkt plant das Diakonische Werk die Einstellung einer gerontopsychiatrischen Fachkraft. Dem Antrag stimmten die Bezirksräte zu. In der Versorgungsregion Neumarkt fehlte bisher noch eine entsprechende Fachkraft, die es in Amberg (seit 2002), Schwandorf (seit 2003), Cham und Regensburg (seit 2008) sowie in Weiden (seit 2009) bereits gibt. Der Sozialhilfeausschuss hatte in einem Grundsatzbeschluss bereits im Jahr 2001 den schrittweisen Ausbau der gerontopsychiatrischen Versorgungsstruktur im ambulanten Bereich befürwortet und freut sich, dass nun der "letzte weiße Fleck" in der Oberpfalz getilgt wird.
- Einen Zuschuss in Höhe von 179.000 Euro erhält darüber hinaus das Heilpädagogische Zentrum der Lebenshilfe Neumarkt für die Errichtung einer Außenwohngruppe mit 20 Plätzen für geistig behinderte Erwachsene in Neumarkt.
Zum 1. Januar 2010 werden die Dienste der Offenen Behindertenarbeit in Bayern einheitlich gefördert. Einer entsprechenden Richtlinie stimmte der Sozialhilfeausschuss des Bezirkstags der Oberpfalz in seiner jüngsten Sitzung unter Leitung von Bezirkstagspräsident Franz Löffler einstimmig zu.
Die bayerischen Bezirke sind seit 1. Januar 2008 für die regionale Offene Behindertenarbeit zuständig. Der Bezirk Oberpfalz übernahm damals die Leistungen, wie sie die bis dahin zuständigen örtlichen Träger gewährt hatten. Diese Leistungen waren selbst innerhalb des Bezirks Oberpfalz unterschiedlich ausgeprägt, und auch zwischen den Bezirken gab es große Leistungsdifferenzen. Die nunmehr ausgearbeitete Richtlinie soll eine Vereinheitlichung der Leistungen darstellen und den Grundsatz "ambulant vor stationär" konkretisieren.
Pauschal geförderte ambulante Leistungen bedeute weniger Kosten im stationären Bereich, hieß es. Die Umsetzung der Richtlinie ziehe beim Bezirk Oberpfalz Kosten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro jährlich nach sich - rund eine Million Euro mehr als bisher. "Diese von den Bezirken gemeinsam erarbeitete Richtlinie ist Beweis dafür, dass die ambulante Eingliederungshilfe bei den Bezirken gut aufgehoben ist", urteilte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. "Denn damit wird nicht nur die Förderung vereinheitlicht, vielmehr wird auch der
Verschiebebahnhof zwischen den Leistungsträgern abgestellt", so Löffler.
19.06.09
Neumarkt: "Sehr viel wert"