Programm läuft an

NEUMARKT. Der erste Antrag für das millionenschwere Klimaschutzförderprogramm der Stadt Neumarkt wurde bereits bewilligt und freigegeben.

Dabei werden eine solarthermische Anlage und die dazugehörige Energieberatung gefördert, teilte Oberbürgermeister Thomas Thumann am Freitag mit.

Das Programm soll nun auf voller Breite anlaufen. Ziel ist es, bei Gebäudesanierungen oder Neubauten die Ausrichtung auf energetische Anforderungen zu fördern. Mit durchschnittlich bis zu zwei Millionen Euro jährlich will die Stadt in den nächsten Jahren einen erheblichen Anstoß geben und einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz erreichen.

"Für mich ist es ein Förderprogramm mit doppelter Wirkung", so Oberbürgermeister Thomas Thumann. "Zum einen ist es für eine Stadt unserer Größenordnung von der Höhe der Mittelbereitstellung ein Klimaschutzprogramm erster Güte, und es ist zum anderen ein riesiges Konjunkturprogramm vor allem für unsere heimische Wirtschaft".

Der Name "Faktor 10" rühre daher, dass man davon ausgehe, dass ein Euro Förderung durch die Stadt rund zehn Euro Investitionen bei den Bürgern auslösen werde.

Nachdem der Stadtrat dieses Förderprogramm Ende letzten Jahres beschlossen hat und im Frühjahr dieses Jahres die Einrichtung der Beratungsstelle bei der Stadt erfolgte, haben sich seither viele Bürger mit ihrem Vorhaben bei der Stadt gemeldet. "Insgesamt liegen uns derzeit schon 20 Anträge vor, davon befinden sich sieben in der Förderstufe A für hocheffiziente Energiestandards", stellt Oberbürgermeister Thumann den aktuellen Stand vor.

Im Rahmen des Förderprogramms wird die Stadt Neumarkt in den nächsten Jahren insgesamt zig Millionen Euro in die Hand nehmen und so den Klimaschutz und die sparsamere Nutzung von Energien fördern. Die Förderung reicht dabei von der Energieberatung über Zuschüsse für Gebäudetechnikkomponenten im Bereich der Heizung wie etwa Solarthermie, Biomasseheizkessel, Wärmepumpen oder den Anschluss an das Nah- oder Fernwärmenetz bis hin zur Lüftung oder Verbesserung der Gebäudehülle.

Besonderheit des Neumarkter Förderprogramms ist es, dass die Förderung parallel zu anderen Fördermitteln gewährt werden soll. Welche Maßnahmen genau bezuschusst werden und wie hoch die Förderung jeweils ausfällt, hängt insbesondere davon ab, welcher Energiestandard durch die Sanierung erreicht wird. Die Förderung der Stadt gilt dabei für Gebäudesanierungen sowohl bei Wohn- wie auch bei Nicht-Wohngebäuden. Auch der Neubau wird unter bestimmten Voraussetzungen mit Zuschüssen bedacht.

Für Interessenten ist bei der Stadt eine eigene Anlaufstelle im Bürgerhaus geschaffen worden. Die zuständige Mitarbeiterin Marion Burkhardt steht unter der Telefonnummer 09181/512268 Montag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr sowie Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 12 Uhr den Bürgern für ihre Anfragen und Anträge zur Verfügung.

Informationen gibt es auch in einem umfangreichen Flyer zum Programm, den sich neumarktonline-Leser hier herunterladen können (PDF, 470 kb).

Für Oberbürgermeister Thumann stellt das Förderprogramm "Faktor 10" einen "weiteren Baustein in den Bemühungen der Stadt im Bereich Nachhaltigkeit dar". War die Stadt doch die erste Kommune Deutschlands, die von der UNESCO den Titel "Stadt der Weltdekade für nachhaltige Bildung" bereits zum zweiten Mal erhalten hat. Neben zahlreichen bereits umgesetzten Maßnahmen für den Klimaschutz wie etwa die intelligente Gebäudeleittechnik, der Bau eines Netto-Plus-Verwaltungsgebäudes für die Stadtwerke, der Energienutzungsplan oder der Klimaschutzfahrplan soll dieses Förderprogramm besonders die Bürger ansprechen, hieß es.
07.05.10
Neumarkt: Programm läuft an
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