"Weiter intensiviert"

Das Team für die Behindertenpastoral mit der für die Dekanate
Neumarkt und Habsberg zuständigen Angelika Gleiß (2.v.r.)
NEUMARKT. Religionslehrerin Angelika Gleiß ist in der Behindertenseelsorge die Regionalbeauftragte für die Dekanate Neumarkt und Habsberg.
Die Amtseinführung fand bereits in Neumarkt statt
Die Seelsorge für Behinderte im Bistum Eichstätt soll weiter intensiviert und ausgebaut werden. Aus diesem Grund werden seit einigen Wochen vier regionale Stellen für Behindertenseelsorge aufgebaut. Für Pfarrer Alfred Grimm, den Diözesanverantwortlichen für die Behindertenpastoral, ist dieser Schritt ein wichtiger Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderungen: "Damit werden auch unsere Dekanate, Seelsorgeeinheiten, Schulen und Bildungseinrichtungen durch Menschen mit Behinderung bereichert".
Das Bistum Eichstätt reagiert mit dem Aufbau von regionalen Strukturen in der Behindertenseelsorge auch auf die UN-Konvention um die Rechte der Menschen mit Behinderung aus dem Jahr 2009. Künftig werden Menschen mit Behinderung das Recht auf freie Wahl des Wohnortes und der Wohnform, sowie das Recht auf die Teilhabe an der Gesellschaft stärker in Anspruch nehmen können.
Eine Veränderung der Gesellschaft, damit Menschen mit Behinderung ihre Teilhabe an Kirche und Gesellschaft besser leben können, ist jedoch nach den Worten von Pfarrer Grimm eine bleibende Aufgabe. Gerade in den kirchlichen Vereinen, Verbänden, Gremien und Pfarreien soll künftig noch stärker das Bewusstsein geschärft werden. Immerhin handelt es sich bei der Zahl der Betroffenen um keine kleine Gruppe: Etwa acht Prozent der Bevölkerung haben einen anerkannten Behinderungsgrad von über 50 Prozent. Rechnet man Angehörige als Mitbetroffene dazu, haben etwa 20 Prozent der Bevölkerung mit Behinderung zu tun. Über 80 Prozent der Menschen mit Behinderung leben dabei nicht in großen Einrichtungen, sondern in privaten Wohnformen.
Künftig wird der Diözesanverantwortliche für Behindertenpastoral, Pfarrer Alfred Grimm, das Referat Behindertenpastoral leiten, Ausbildungen und Fortbildungen durchführen, die Seelsorge für Menschen mit Behinderung koordinieren und die Vernetzung mit anderen Diözesen übernehmen. In seiner Funktion als Diözesanbehindertenseelsorger übernimmt er die kategoriale Seelsorge für Sehbehinderte und Blinde, Hörbehinderte und Gehörlose, neurologisch Behinderte und psychisch Behinderte. Ferner obliegt ihm der Kontakt mit Behindertenvereinen und –verbänden, Fachverbänden und den Mitarbeiter in der Behindertenarbeit. Er ist auch der geistliche Beirat im Sachausschuss Behindertenpastoral des Diözesanrates.
Die regionalen Stellen für Behindertenpastoral haben zwei wichtige Aufträge: Sie sollen sich als "Netzwerker" verstehen, die Kontakte zwischen Menschen mit Behinderung und der örtlichen Seelsorge fördern, Berührungsängste abbauen und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Pastoralen Räumen ermöglichen. Sie sollen Begleiterinnen und Begleiter sein, die sich um die Menschen mit geistiger Behinderung, mit Lernbehinderung und mit körperlicher Behinderung annehmen.
Wichtige Aufgaben der regionalen Stellen sind der Aufbau von Initiativgruppen in kirchlichen Vereinen und Verbänden und regionale Teams religiöser Begleitung. Initiativgruppen gestalten verschiedene Aktionen, die für Menschen mit und ohne Behinderung geeignet sind, Teams religiöser Begleitung kümmern sich um geeignete Formen der Liturgie und des Glaubenslebens, die Menschen mit Behinderung auch ansprechen und fördern.
22.10.11
Neumarkt: "Weiter intensiviert"