Hörsaal im Fertigteil-Werk

20 Studenten der Fachhochschule Regensburg waren in diesem Semester für das Wahlpflichtfach "Fertigteilbau" bei Klebl in Neumarkt eingeschrieben.
NEUMARKT. Ein Fertigteilwerk wird zum Uni-Hörsaal: das Bauunternehmen Klebl und die Hochschule Regensburg ziehen eine positive Bilanz ihrer Zusammenarbeit.
Die Baufirma hat nach eigenen Angaben ein eigenes Studienangebot konzipiert und die Vorlesungen vom Hörsaal mitten in die Produktionsstätte verlegt.
Mehr als 20 Bauingenieurs-Studenten der Hochschule Regensburg waren im aktuellen Wintersemester für das Wahlpflichtfach "Fertigteilbau" beim Bauunternehmen Klebl in Neumarkt eingeschrieben. Auch im fünften Jahr des Bestehens war das Projekt ein Riesenerfolg, hieß es am Mittwoch. Man wolle das Kooperationsprojekt im kommenden Jahr wiederholen.
"Selten zuvor hat unsere Fakultät so intensiv mit einem Unternehmen in der Ausbildung zusammengearbeitet – und es hat sich einmal mehr gelohnt", sagt Professor Dr. Andreas Maurial, der Dekan der Fakultät Bauingenieurwesen an der Hochschule beim offiziellen Abschluss des Projekts.
Maurial lobt das Projekt als beispielhafte Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Er wolle dieses Angebot in Zukunft unbedingt fortführen und weiter ausbauen. Insgesamt zwei Praxistage haben die Studenten im sechsten und siebten Semester bei Klebl verbracht – Chauffeurservice von Regensburg mit Unterstützung der Betonmarketing Süd nach Neumarkt inklusive.
Vor Ort nahmen sich die Klebl-Fertigteil-Experten viel Zeit für die Akademiker in spe. In sechs Vorlesungen in Regensburg vertiefte der Lehrbeauftragte des Wahlpflichtfaches, Christoph Gruber aus Landshut, das theoretische Wissen.
Für die angehenden Ingenieure war das Wahlpflichtfach "Fertigteilbau" nicht nur eine Ergänzung zum Studium im Hörsaal, sondern gewährte auch Einblick in einen der Zukunftssektoren in der Baubranche. Dem Bau mit Betonfertigteilen – die laut Firmenangaben Kernkompetenz des Bauspezialisten mit einer Jahresproduktion von rund 450.000 Tonnen – prophezeit Martin Schaller, der Geschäftsführer von vier Produktionsstätten der Unternehmensgruppe, eine große Zukunft: "Der Bau mit Beton-Fertigteilen wird auf deutschen Baustellen in Zukunft eine immer größere Rolle spielen".
Auch Professor Maurial meinte: "Dieser Studienbaustein ist eine sehr sinnvolle und zukunftsorientierte Ergänzung unseres Studienangebots".
Wolfgang Kelch hat den Studiengang vor gut vier Jahren zum ersten Mal initiiert und das Modellprojekt bei dem Bauunternehmen koordiniert. Klebl wolle nun die Fertigteil-Kompetenz im Raum Neumarkt weiter ausbauen.
30.11.11
Neumarkt: Hörsaal im Fertigteil-Werk