"Von Unsicherheit geprägt"


Der IHK-Konjunkturklimaindikator beinhaltet die Bewertung der konjunkturellen Lage durch die Unternehmen der Region
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NEUMARKT. Nach dem aktuellen IHK-Konjunkturbericht sind die wirtschaftliche Erwartungen in der Region von Unsicherheit geprägt.

"Die Konjunktur stagniert auf hohem Niveau", bewertet der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für die Oberpfalz und Kelheim, Josef Beimler, die Ergebnisse der Konjunkturumfrage seines Hauses. Das Auftragsvolumen bewegt sich in der Größenordnung von 2011, die Kapazitäten sind voll ausgelastet, bei den Geschäftserwartungen zeigen sich die Unternehmen eher verunsichert. Aktuell drücken hohe Energiepreise die Erwartungen, so ein Ergebnis der Umfrage.

Dienstleister sind optimistisch

Die Dienstleister gehen optimistisch ins Jahr 2012. Mit 140 Punkten beim IHK-Konjunkturklimaindikator hat die Branche einen Spitzenwert erreicht. Trotz der Diskussion um eine mögliche Finanztransaktionssteuer gehen Finanz- und Versicherungsbranche von guten Geschäften aus. Tourismusgewerbe und Gastronomie zeigen sich zufrieden. Allerdings klagt das energieintensive Hotelgewerbe über steigende Energiepreise, die sich gerade bei Häusern mit Wellnessanlagen bemerkbar machen. "Nicht alle können die Preissteigerungen an ihre Kunden weitergeben", beobachtet Josef Beimler.

Im Handel herrschen leicht sinkende Geschäftserwartungen vor. Die Betriebe beobachten zunehmende Preissensibilität bei der Kundschaft. In der Bauwirtschaft boomen private Vorhaben. Die Eurokrise verstärkt die Flucht in Immobilien. Bauherren rechnen 2012 mit steigenden Preisen. Der Wirtschaftsbau gilt als Unsicherheitsfaktor.

Firmen stellen weiter ein

Trotz aller Ungewissheiten bleibt der regionale Arbeitsmarkt stabil. "Die Firmen halten nicht nur ihr Personal, rund 18 Prozent wollen in den nächsten Monaten zusätzlich Mitarbeiter einstellen", so Beimler. Vor allem Service und Baugewerbe schalten zahlreiche Stellenanzeigen. Im IHK-Bezirk weisen die Landkreise Neumarkt (Januar 2012: 2,9 Prozent) und Regensburg (2,7 Prozent) die niedrigsten Arbeitslosenquoten auf (wir berichteten). Qualifizierte Kräfte seien gefragt, vor allem Kaufleute mit Schwerpunkt Steuern oder Buchhaltung. Neben Metallfacharbeitern und Mechatronikern suchen die Unternehmen vor allem Ingenieure und Betriebswirte.

Mehr Rohstoff- und Energieeffizienz

Hohe Kapazitätsauslastungen bei spürbarem Fachkräftemangel würden die Firmen zu Rationalisierungsmaßnahmen zwingen, hieß es. Die Investitionen dafür seien hoch. 76 Prozent der Betriebe geben dafür so viel wie 2011 aus oder steigern ihre Inlandsinvestitionen.

Gerade die hohen Strompreise entwickeln sich für produzierende Firmen zum Standortnachteil, denn nur knapp 40 Prozent können die Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben. Die Unternehmen wollen hier gegensteuern. Ein Viertel der befragten Betriebe setzt auf mehr Energie- und Materialeffizienz, plant neue Fuhrparks und Maschinen sowie effizientere Arbeitsprozesse. .

neumarktonline-Leser können sich den IHK-Konjunkturbericht hier herunterladen (PDF, 180 kb)
02.02.12
Neumarkt: "Von Unsicherheit geprägt"
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