Mädchen im Technik-Camp

Einheits-Mode aus Sicherheitsgründen: die Mädchen bei der Neumarkter Verbundausbildung

Technik kann auch Spaß machen
NEUMARKT. Berufsorientierung am Puls der Zeit: Im "Mädchen für Technik-Camp" bei der Neumarkter Verbundausbildung feilen Schülerinnen an ihrer Karriere
16 Mädchen aus ganz Bayern schlüpfen in der ersten Woche der Pfingstferien bei der gemeinsamen Verbundausbildung von
wodego,
Europoles und
rail.one in die Rolle von Elektronikerinnen, Industriemechanikerinnen, Technischen Systemplanerinnen und Informatikkauffrauen.
Fünf Tage lang entwerfen sie beim "Mädchen für Technik-Camp" eine Uhr und fertigen sie im Anschluss selbst an. Sie lernen dabei Azubis und Ausbilder kennen und setzen sich mit der Berufswahl auseinander. Ferienstimmung kommt bei gemeinsamen Aktionen und Ausflügen auf. Ihre Werkstücke werden sie am Freitag bei der Abschlussveranstaltung präsentieren.
Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber fördern die Camps finanziell und ideell. "Wir wollen, dass in den Camps der Funke der Begeisterung für technische Berufe auf die Mädchen überspringt", so Hermann Brandl, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Oberpfalz. Laut der vbw Studie "Arbeitslandschaft 2030" würden in Bayern bereits 2015 rund 520 000 Fachkräfte fehlen.
Mädchen würden bisher die Angebote bei den bayerischen Metall- und Elektroberufen viel zu wenig annehmen, hieß es. Sie hätten aber gleichzeitig die im Schnitt besseren Schulabschlüsse. "Wir wollen mehr Mädchen überzeugen, dass technische Berufe spannend sind. Dann gelangen diese auch in die engere Berufswahl von Mädchen", sagte Brandl.
Viele Teilnehmerinnen können sich ihre Zukunft in einem technischen Beruf vorstellen. Sie freuen sich zudem, dass sie im Camp auch an ihren
Soft Skills, wie zum Beispiel Team- und Kommunikationsfähigkeit, feilen und schleifen können.
Über 2100 Mädchen haben seit 2002 in den "Mädchen für Technik-Camps" Berufe der Metall- und Elektroindustrie hautnah erlebt. Auch in diesem Jahr tauchen in allen Regionen Bayerns rund 200 junge Frauen in insgesamt 15 Camps in die Welt der Technik ein. Für die Teilnehmerinnen ist das Angebot des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft – bis auf die An- und Abreisekosten – kostenlos. Während der gesamten Woche sind die Mädchen in der Nähe der Partnerfirma untergebracht und werden rundum betreut.
Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber engagieren sich für die Nachwuchssicherung im technischen Bereich und treten als Hauptsponsoren für die Bildungsinitiative "Technik – Zukunft in Bayern?!" ein. Mit zahlreichen Projekten soll bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere bei Mädchen, schon früh Interesse für technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge geweckt werden. Träger der Initiative ist das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie fördert zudem die Projekte für Mädchen und junge Frauen. Die Schirmherrschaft hat der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil übernommen.
30.05.12
Neumarkt: Mädchen im Technik-Camp