"Grundstoff des Lebens"


Im Schloss Bellevue (v.l.): die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Daniela Schadt, Dr. Franz Ehrnsperger , DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde und Bundespräsident Gauck.

NEUMARKT. Die Neumarkter Lammsbräu kämpft weiter für ihr "Biomineralwasser". Jetzt war sie während der "Woche der Umwelt" beim Bundespräsidenten zu Gast.

"Wasser – Grundstoff des Lebens". Mit einem Forum zu diesem Thema wirbt die Neumarkter Lammsbräu während der "Woche der Umwelt" für einen besseren Umgang mit Wasser.

Rund 200 Unternehmen, Institutionen, Forschungseinrichtungen, Vereine und Initiativen erhalten nach einem strengen Auswahlverfahren von Bundespräsident Joachim Gauck und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt die Möglichkeit, ihre neuen Technologien, Produkte, Projekte und Konzepte für einen nachhaltigen und effizienten Umgang mit den Ressourcen zu präsentieren. Die Neumarkter Lammsbräu gehört bereits zum zweiten Mal zu diesem auserwählten Kreis.

Die Bio-Brauerei aus Neumarkt nutzt diese Gelegenheit dazu, um ein Thema in den Fokus zu rücken: "Unser Wasser muss besser geschützt werden!" Denn während die Öffentlichkeit noch davon ausgehe, dass das Trinkwasser das am besten überwachte und geschützte Lebensmittel sei, sorgten immer mehr Nitrate, Nanopartikel, Medikamenten- und Pestizidrückstände sowie sogenannte Metabolite, das sind Abbauprodukte von Pestiziden, für eine schleichende Vergiftung, hieß es von Lammsbräu.

Mit dem Forum "Wasser – Grundstoff des Lebens" wollte die Brauerei am Dienstag auf "grundlegende Informationsdefizite" aufmerksam machen und vor allem die "massiven Gefahren" aufzeigen, die dem Wasser drohen. Die Teilnehmer erörterten dabei, "warum ein allgemein anerkannter Bio-Standard für Mineralwasser notwendig ist". An der Diskussion nahmen Dr. Simon Meissner, Wissenschaftszentrum Umwelt der Uni Augsburg, Jan Plagge, Präsident Bioland e.V., Georg Gaupp-Berghausen, Partner von Dr. Emoto und Autor, Manfred Mödinger, Wasserexperte und Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu und Träger des Deutschen Umweltpreises teil.

Die Neumarkter Lammsbräu selbst beteiligt sich derzeit zusammen mit Experten an der Entwicklung eines neuen und bundesweiten Zukunftsstandard für Mineralwasser, das Bio-Kriterien genügen muss. Bei Lebensmitteln und zahlreichen Getränken sind Bio-Auszeichnungen als Qualitätsmerkmal gesetzlich geregelt und von den Verbrauchern akzeptiert. Bei Wasser ist es ein Novum, über das in einer juristischen Auseinandersetzung der BGH (wir berichteten vielfach) zu entscheiden hat.

Seit 2009 führt das Unternehmen sein Mineralwasser aus hauseigenen Quellen unter der Marke "Bio-Kristall Biomineralwasser". Mit dem neuen Bio-Standard will die Brauerei deutlich machen, dass Wasser nicht nur "geerntet", sondern auch "angebaut" werden kann. Wasser "anbauen" bedeutet, dass die Qualität des Mineralwassers, das man in 20, 30 oder noch mehr Jahren aus den Brunnen fördert, sprich "ernten", davon abhängig sein wird, wie sehr man heute darauf achtet, schädliche Belastungen zu vermeiden. Jeder einzelne sei dafür mitverantwortlich, die Qualität des Wassers zu erhalten: Etwa durch den sorgsamen Umgang mit Medikamenten oder durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. hatte eine Unterlassungsklage gegen die Vermarktung von Biomineralwasser eingereicht. In zweiter Instanz gab das Oberlandesgericht Nürnberg im Dezember 2011 in wesentlichen Teilen Lammsbräu Recht und stellte fest, dass eine Unterscheidung zwischen Mineralwasser und Biomineralwasser zulässig und sehr wohl im Sinne der Verbraucher sei. Die Wettbewerbszentrale reichte vor dem Bundesgerichtshof Revision ein. Die Neumarkter Lammsbräu begrüßt es, dass damit höchstrichterlich geklärt wird, ob "für unser wichtigstes Lebensmittel, das Wasser, eine Bio-Qualität definiert werden darf", hieß es. Dr. Franz Ehrnsperger: "Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden wir in wenigen Jahrzehnten unser blaues Wunder erleben. Wasser wird dann einen solchen Verschmutzungsgrad erreichen, dass es nur durch größten technischen Aufwand überhaupt trinkbar sein wird."
05.06.12
Neumarkt: "Grundstoff des Lebens"
Telefon Redaktion


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