Neumarkts "Energiewende"

Erneut informiert sich eine ausländische Delegation über Neumarkter Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz
NEUMARKT. Erneut hat eine ausländische Delegation Neumarkt als Ziel einer Informationsfahrt gewählt, um sich über Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energieeinsparung zu informieren.
Nach einer Gruppe von Fachleuten und Unternehmern aus dem Kongo vor rund zwei Wochen waren am Mittwoch Baufachleute aus Behörden und Kommunen der chinesischen Provinz Shandong, der Partnerprovinz des Freistaats Bayern, in Neumarkt. Angeführt wurde die 17köpfige Delegation von Liu Mingwei, dem leitenden Direktor für Stadtentwicklung und Grundsatzplanung bei der Obersten Baubehörde der Provinz Shandong.
Bürgermeisterin Ruth Dorner begrüßte die Gäste im Besprechungssaal des neuen Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke. Sie schilderte in ihrer kurzen Begrüßung den Weg Neumarkts hin zur Nachhaltigkeit, zu mehr Bewusstsein beim Energieverbrauch und zu Maßnahmen der Energieeinsparung. Letzter großer und erfolgreicher Schritt sei die Aufnahme Neumarkts als eine von 19 Modellkommunen in den "Masterplan 100 % Klimaschutz" gewesen. Zudem sei Neumarkt in zwei Kategorien unter den Nominierten bei diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreis.
Der Leiter des Amtes für Nachhaltigkeit bei der Stadt, Ralf Mützel, erläuterte in seinem Vortrag die Entwicklung in Neumarkt in den letzten Jahren, die unter dem Motto stehe, Nachhaltigkeit und Klimaschutz als wichtige Ziele anzusehen. Ausgangspunkt sei die Unterzeichnung des Konvents der Bürgermeister in Brüssel gewesen, als Oberbürgermeister Thomas Thumann zusammen mit anderen Stadtoberhäuptern aus ganz Europa den Beitritt zu dieser groß angelegten Initiative der europäischen Kommunen unterzeichnete.
Neumarkt habe für seine "Energiewende" bereits 2009 mit der Erstellung des Energienutzungsplans und des Klimaschutzfahrplans wichtige Grundlagen erarbeitet, auf denen die weiteren Maßnahmen aufbauen können. Daher könne man jetzt bereits auf viele Erfolge verweisen und zahlreiche Leuchtturmprojekte machen die Anstrengungen der Stadt auf vielen Feldern deutlich. Dazu zählte er vor allem das Netto-Plus-Verwaltungsgebäude der Stadtwerke, das "Faktor 10"-Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung, die PV-Anlage entlang der Bahnlinie in Pölling, die Aktionen zur E-Mobilität mit der Errichtung von zwei Ladestationen in der Stadt und der Anschaffung von drei Elektrofahrzeugen sowie das Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Eggenstraße, das unter dem Schwerpunkt erneuerbare Energien stehe.
Marion Burkhardt vom Beratungsbüro der Stadt für das "Faktor 10"-Programm erläuterte dessen Funktionsweise, die Fördermöglichkeiten und die Erfolge dabei.
Im Anschluss an die Vorträge führte Stadtwerkedirektor Manfred Tylla die chinesische Delegation, die auf Einladung der Obersten Baubehörde Bayerns nach Neumarkt gekommen war, durch das neue Verwaltungsgebäude und erläuterte ihnen die Funktionsweisen sowie die Einsparpotentiale des Netto-Plus-Energiegebäudes.
17.10.12
Neumarkt: Neumarkts "Energiewende"