60 Jahre "Kaiser"

In Dietfurt waren die Chinesen los
NEUMARKT. Tausende kamen am "Unsinnigen" wieder nach Dietfurt, wo mit dem "Chinesenfasching" eine besonders bizarre Faschings-Gaudi stattfand.
In diesem Jahr feierte der Dietfurter Chinesenfasching ein besonderes Jubiläum: Vor 60 Jahren wurde in der Stadt zum ersten Mal im Rahmen des Chinesenfaschings ein "Kaiser" gekrönt.
Eine Anekdote erzählt vom Ursprung des fernöstlichen Treibens in der Oberpfalz. Demnach sollen sich die Dietfurter dereinst vor einem Steuereintreiber des Bischofs verbarrikadiert haben. Der Gesandte musste ohne Geld wieder abziehen. Seinem Bischof erzählte er dann: Die Dietfurter verstecken sich hinter ihrer Mauer wie die Chinesen.
"Ob es stimmt, weiß keiner", sagt Anton Bachhuber vom Dietfurter Touristen-Büro, der auch den Ablauf des Chinesen-Faschings plante. Was allerdings feststeht: Bereits in einem Kalender von 1860, wie auch in einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 1869 werden die Dietfurter als Chinesen bezeichnet. "Der Grundstein für die Faschingstradition wurde aber erst 1928 gelegt, als die Stadtkapelle erstmals in China-Gewändern auftrat", sagt Bachhuber.
Neben echten Chinesen feierten am Donnerstag "Diplomatische Abordnungen" von Faschingshochburgen aus ganz Deutschland die Proklamation von seiner Majestät Kaiser Ko-Houang-Di. Der Regent amtiert bereits im elften Jahr und ist schon der zehnte Herrscher der "Bayerischen Chinesen" seit 1954.
Bereits in den frühen Morgenstunden zog der chinesische "Weckruf" durch die Straßen, gleichzeitig wurde mit viel Lärm und Geschepper auf den Nationalfeiertag hinweisen. Ab 13 Uhr stimmten auf der monumentalen Bühne vor dem Rathaus die Kommentatoren auf das Fest ein. Dann bewegten sich etwa 50 Gruppen begleitet vom vielstimmigen "Kiliwau" durch die Straßen von Dietfurt.
obx-news

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27.02.14
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