"Vorzeigeregionen" besucht


Tourismusverband und Kreisverband für Gartenbau und Landespflege besuchten Tirol und Südtirol

NEUMARKT. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und der Tourismusverband Neumarkt waren auf gemeinsamer Lehrfahrt in die "touristischen Vorzeigeregionen" Tirol und Südtirol.

Blühende Gärten und florierende Unternehmen, ursprünglicher Charme und moderne Architektur, Tourismusregion und Heimat – Tirol und Südtirol versucht, scheinbar Gegensätzliches harmonisch und zukunftsweisend zu vereinen. Touristische Vermarktung und Bewahrung kultureller Identität schließen einander hier nicht aus, sie geben sich vielmehr gegenseitige Impulse. Impulsgebend war auch die gemeinsame Fahrt der Vorstände der Obst- und Gartenbauvereine aus dem Landkreis Neumarkt und des Tourismusverbands Neumarkt nach Tirol und Südtirol.


Gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Pechlaner vom Lehrstuhl Tourismus an der Uni Eichstätt-Ingolstadt konzipierte Werner Thumann, der Kreisgeschäftsführer der Obst- und Gartenbauvereine und neue Vorsitzende des Tourismusverbands, eine Fachexkursion in die touristischen Vorzeigeregionen. Die Zusammensetzung der Reisegruppe ist nur auf den ersten Blick ungewöhnlich: „Die Obst- und Gartenbauvereine waren und sind einer der wesentlichen Akteure des Tourismus im Landkreis Neumarkt“, so Thumann. Mit ihrem Engagement für Ortsbild und Blumenschmuck, für Wanderwege, Ruhebänke und touristische Infrastruktur leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Tourismusentwicklung, zudem seien die OGVs engagierte Botschafter der Regionalvermarktung. So stand, neben dem Thema Garten, das Ziel, Anregungen für die Tourismus- und Regionalentwicklung in Stadt und Landkreis Neumarkt zu erhalten und vor diesem Hintergrund die aktuellen Herausforderungen in Neumarkt zu diskutieren, im Zentrum der Fahrt.

Im intensiven Dialog mit Südtiroler Experten bot sich die Gelegenheit, über Erfolgsmodelle für die eigene Region zu sprechen. Besonderes Augenmerk in der Programmvorbereitung lag auf dem Besuch Südtiroler Vorzeigeprojekte, die in ähnlicher Weise auch in Neumarkt Potenzial hätten. So bot beispielsweise die Führung in der Therme Meran durch Direktorin Adelheid Stifter Gelegenheit, über die Gestaltung des aktuell in der Planung befindlichen Neumarkter Ganzjahresbades zu diskutieren. Angetan war man von den hochwertigen Baumaterialien sowie der Verbindung von ansprechender Architektur und attraktiver Außenanlage im Stil eines Landschaftsparks, die vor Ort als ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Therme gesehen werden. Bei Speisen, Getränken und Wellnessprodukten setzt man auf die Nutzung regionaler Produkte. Auch in Neumarkt könnte man hier auf Basis der bereits überaus erfolgreichen Juradistl-Markenfamilie des Landschaftspflegeverbands punkten.

Regionale Produkte standen zudem beim Besuch des Markts "Pur" in Meran im Fokus. Geschäftsführer Günter Hölzl erläuterte die wichtigsten Faktoren im Hinblick auf deren Vermarktung und Verkauf.

Beim Besuch des Messner Mountain Museums auf der Ruine von Schloss Sigmundskron erlebten die Teilnehmer, wie eine anspruchsvolle und hochwertige Museums-Konzeption eine Burgruine zum Magneten für die Tourismusentwicklung machen kann. In der architektonischen Gestaltung verbinden sich alt und neu widerspruchsfrei miteinander, vor allem aber ist ein inhaltlich klares Thema definiert. Für die Burgruine Wolfstein als Wahrzeichen der Stadt Neumarkt böten sich ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte, einmal mehr wurde diskutiert, dass ein Kauf der Burgruine durch die Stadt die Umsetzung der verschiedenen Ideen erleichtern könnte.

Prof. Pechlaner und Alexandra Mair, Marketingleiterin der Südtirol Marketing Gesellschaft, sprachen in zwei Fachvorträgen über den Spannungsreichtum von industrieller Produktion und touristischer Entwicklung zeigten, wie es Südtirol geschafft hat, trotz intensiver Landwirtschaft und vieler Industrieansiedlungen Identität und Charme einer landschaftlich attraktiven und lebenswerten Region zu bewahren.

Dazu beigetragen habe neben einer verantwortungsvollen Regionalplanung ein Markenbildungsprozess, der Lebensmittel, Unternehmen und den Tourismus mit einer gemeinsamen Bildsprache weitgehend widerspruchsfrei nach außen vermittelt. Diese Erfolgsgeschichte könnte mittel- und langfristig auch für Stadt und Landkreis Neumarkt Motivation und Zielvorgabe sein, hieß es.
11.06.15
Neumarkt: "Vorzeigeregionen" besucht
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