NEUMARKT. Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Oberpfalz
wird aufgrund von Trockenheit und Preisverfall immer schwieriger, hieß es vom Bauernverband.
Manche Betriebe kämen
angesichts dieser Entwicklung in immer größere Liquiditätsengpässe.
In den letzten
Wochen und Monaten haben sich die Erzeugerpreise insbesondere für die
Ferkelerzeuger, Schweine- und Milchviehhalter auf ein absolut unbefriedigendes Niveau
entwickelt. Das Russlandembargo, das aus politischen Gründen und aufgrund der Ukrainekrise
verhängt wurde, trägt insbesondere bei Milch und Fleisch, zu massiven Marktproblemen bei. Aus
Sicht der Bauern sei es unfair, dass sie mit den enormen wirtschaftlichen Folgewirkungen
außenpolitischer Entscheidungen allein gelassen werden. Hier seien jetzt dringend Maßnahmen
notwendig, um weiteren Schaden von unseren Betrieben abzuwenden.
Hinzu komme, dass in der Oberpfalz viele Regionen von Trockenheit und extremer Hitze ganz
besonders betroffen sind und so der Aufwuchs und die Gesundheit der Pflanzen deutlich leiden.
Insbesondere bei Grünland, Futterbau und Hackfrüchten seien schwere trockenheitsbedingte
Ausfälle
zu beklagen. Erhebliche Engpasse seien bei der Futterversorgung der Tiere und bei der
Zufuhr von organischem Material in Biogasanlagen zu befürchten.
Auf den Höfen treffe jetzt Trockenheit und Preisverfall ganz massiv zusammen. Dazu komme
auch noch die Verunsicherung durch die bislang unerfreulichen Diskussionen zum Beispiel zur
Düngeverordnung, zur Bürokratie beim Mindestlohn, zur Anlagenverordnung und zu
Grundsatzfragen der Tierhaltung.