Keuchhusten im Vormarsch

NEUMARKT. Die Anzahl der gemeldeten Keuchhusten-Erkrankungen hat sich nach Angaben des Neumarkter Gesundheitsamtes im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Während über 92 Prozent der Kinder ausreichend gegen Keuchhusten geimpft sind, hat die Anzahl der Neuerkrankungen unter Erwachsenen stark zugenommen. Als Grund für diese Altersverschiebung wird vermutet, dass immer mehr Erwachsene die Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten vergessen oder nicht mehr für nötig erachten. Eine vollständige Grundimmunisierung im Kindesalter bietet jedoch keinen lebenslangen Schutz, sondern ist nur auf etwa zehn bis 20 Jahre begrenzt. Ohne Auffrischimpfung können also Erwachsene, die als Kinder geimpft wurden, an Keuchhusten erkranken.


Die Ständige Impfkommission, in Deutschland zuständig für Impfempfehlungen, empfiehlt daher, sich bei jeder notwendigen Tetanus-/Diphtherie-Auffrischung gleichzeitig gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Dies ist möglich durch eine Kombi-Impfung; die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Besonders gefährlich ist Keuchhusten bei Erwachsenen, wenn ein enger Kontakt und somit Ansteckungsgefahr zu Säuglingen besteht. Für diese kann Keuchhusten lebensbedrohlich sein.

Frauen wird empfohlen, sich möglichst bis zu 3 Monate vor einer Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Ist dies zeitlich nicht mehr möglich, sollte eine Keuch-husten-Impfung auf alle Fälle nach der Entbindung nachgeholt werden, um den Säugling zu schützen.

Eine Keuchhustenerkrankung während der Schwangerschaft gefährdet das Kind allerdings nicht. Durch heftige Hustenanfälle können jedoch verfrüht Wehen ausgelöst werden, so dass es zu einer Frühgeburt kommt.

Die klassischen Symptome bei Keuchhusten im Kindesalter (Fieber, anfallsartig auftretender heftiger Husten, gefolgt von einem schnappenden Luftholen sowie Erbrechen) sind bei Erwachsenen in der Regel nicht feststellbar. Hier zeigt sich der Husten eher kontinuierlich, ein Erstickungsrisiko besteht meist nicht. Allerdings führt Keuchhusten bei Erwachsenen häufiger zu Komplikationen wie z.B. Mittelohr-, Lungen- und Hirnhautentzündungen.

Wird Keuchhusten frühzeitig erkannt, kann eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen. Diese sorgen dafür, dass sich die Erreger nicht weiter im Körper ausbreiten können.
05.02.17
Neumarkt: Keuchhusten im Vormarsch
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