02.01.05 NEUMARKT. Nach seit Tagen ständig steigenden Zahlen gab es in den Mittagsstunden und am frühen Abend des Neujahrstages überraschend einen kleinen Rückgang: die Zahl von in Südostasien als vermißt gemeldeten Bürgern aus Bayern sank auf der Liste des Landeskriminalamtes von 165 auf 160 - ohne daß gleichzeitig die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg ! Am 2. Januar stieg die Zahl aber wieder auf 164 an.
Bis zum Mittag des Neujahrs-Tages berichtete die Polizei in Bayern von fünf Menschen aus der Oberpfalz, die seit der Katastrophe in Südostasien als vermißt gelten; am frühen Nachmittag war nur noch von drei die Rede. In Neumarkt ist entgegen zahlreichen Spekulationen kein Fall offiziell gemeldet, bestätigte an Neujahr noch einmal ein Sprecher der Neumarkter Polizei gegenüber neumarktonline. Und so blieb es auch am Sonntag.
Um Spekulationen und Konfusionen zu vermeiden hat das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag-Nachmittag Angehörige und Freunde dazu aufgerufen, Vermißte bei der nächsten Polizeistation zu melden - auch wenn schon eine entsprechende Meldung beim Auswärtigen Amt oder einer anderen Organisation erfolgt ist ! (wir berichteten)
Wie ein Neumarkter Polizeisprecher auf Anfrage gegenüber neumarktonline sagte, sei man darauf vorbereitet, entsprechende Meldungen unverzüglich zu bearbeiten und mit dem Landeskriminalamt und dem Auswärtigen Amt abzugleichen. Bis Donnerstag-Nachmittag sei aber kein einziger Vermißtenfall aus dem Landkreis gemeldet worden. Weitere Nachfrage am Freitag und am Neujahrstag bestätigten diesen Stand.
Angesichts des Ausmaßes der Flutkatastrophe ist es notwendig, die Daten von vermissten Personen zu bündeln und abzugleichen, heißt es in einer LKA-Presse-Mitteilung vom Donnerstag-Nachmittag: Das Bayerische Landeskriminalamt bittet deshalb besorgte Bürger, die Angehörige, Freunde oder Bekannte vermissen, sich mit der örtlichen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Dies gilt auch für Fälle, in denen bereits Vermisstenmeldungen, z.B. beim Auswärtigen Amt oder anderen Organisationen, erfolgt sind.
Im Rahmen der polizeilichen Sachbearbeitung der Vermisstenanzeigen kann es notwendig sein, Gegenstände aus dem persönlichen Umfeld sicherzustellen, um an Hand von DNA-Material gegebenenfalls Identifizierungen durchzuführen. Wir bitten Sie um diesbezügliche Unterstützung, heißt es von der Polizei.
Die Bayerische Polizei steht rund um die Uhr zur Verfügung und gewährleistet eine unverzügliche Bearbeitung der Vermisstenanzeigen. Das Bayerische Landeskriminalamt steht ständig in engem Kontakt mit dem Bundeskriminalamt und dem Auswärtigen Amt.
Zusätzlich bittet die Polizei alle Betroffenen, nachträglich gewonnene Erkenntnisse über den Verbleib der als vermisst gemeldeten Personen der aufnehmenden Polizeidienststelle umgehend mitzuteilen.
Zur Bereinigung der bisher gemeldeten Vermisstenfälle ist es von großer Wichtigkeit, dass sich all diejenigen Personen bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle melden, die aus der Krisenregion zurückgekehrt sind, jedoch nicht polizeilich als Rückkehrer erfasst wurden.
Bis Sonntag, 2.1.05, 17.00 Uhr galten 164 bayerische Bürger in Südostasien als vermißt, darunter drei Oberpfälzer. Sieben Menschen wurden in Bayern in der Rubrik "Getötet" geführt. Das Landeskriminalamt berichtet über den aktuellen Stand auf seiner Internetseite