Vorsichtige Annäherungen
NEUMARKT. Nach über einem Jahr "Eiszeit" sehen Beobachter ausgerechnet im Wonnemonat Mai
ein zartes Pflänzchen im Verhältnis zwischen Rathaus-Spitze und Neumarkter Grünen sprießen. OB Alois Karl hat den frisch gewählten Ortsvorsitzenden Horst Wild sogar zu einem Meinungsaustausch eingeladen.
Der Grund dürfte zweifellos der Personal-Wechsel an der Spitze der Grünen sein. Alois Karl hatte vor gut einem Jahr Grünen-Stadtrat Johann Gloßner formell die Zusammenarbeit aufgekündigt (
Bericht hier), nachdem in einer zuerst von
neumarktonline veröffentlichten
Presse-Mitteilung von Flitz und Grünen dem OB und der CSU-Fraktion "asoziales Verhalten" im Zusammenhang mit dem "Leb-mit-Laden" vorgeworfen wurde.
Karl ließ keinen Zweifel daran, daß ihn der unsägliche Vorwurf tief getroffen hat. Der ultimativen Aufforderung zu einer Entschuldigung kam Gloßner als Fraktionssprecher von Flitz und Grünen bis heute nicht nach.
Der neu gewählte Ortsvorsitzende der Grünen (Gloßner trat nicht mehr an;
Bericht hier) will sich offenbar vorsichtiger im Porzellanladen Politik bewegen. Artig hatte Horst Wild dem OB zu dessen 15-Jahre-Amtsjubiläum gratuliert und dabei sogar ein paar lobende Worte gefunden.
Die Reaktion aus dem Rathaus kam postwendend. Mit einem Angebot zu einem persönlichen Gespräch hat Oberbürgermeister Alois Karl auf das Schreiben des neuen Vorsitzenden im Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen reagiert, heißt es in einer Presse-Mitteilung vom Mittwoch.
Wild hatte ihm darin zur Wahl zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden der CSU und zu 15 Jahren Amtszeit als Oberbürgermeister gratuliert. Diese Zeit habe er in Neumarkt miterlebt und er könne sie daher auch „aus persönlicher Sicht würdigen. Der Aufbau des Stadtbusnetzes, der kontinuierliche Ausbau der Radwege, der schöne LGS-Park“ seien nur einige Dinge, die er bewusst wahr genommen habe.
Auch Oberbürgermeister Karl gratuliert Wild zu dessen Wahl zum Ortsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, heißt es in der Presse-Mitteilung der Stadt. Weiter schreibt Oberbürgermeister Karl: „Gerne würde ich mit Ihnen in nächster Zeit auch die eine oder andere Entwicklung in unserer Stadt erörtern und denke, dass wir auf einer sachlichen und menschlich korrekten Ebene Anknüpfungspunkte finden sollten“. Auf diese Weise könnte man das "bisher nicht immer unproblematische Verhältnis" zwischen den Grünen und der Stadt durchaus verbessern.