neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
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ISSN 1614-2853
5. Jahrgang

"Hilfe für Leib und Seele"

NEUMARKT.Zwar wird Montag bis Freitag jeweils erst um 9.30 Uhr geöffnet, aber meist stehen viele Menschen schon mindestens eine Stunde vorher an, um im Leb-mit-Laden, in der Weinbergerstraße 7, Hilfe in Form von Lebensmitteln zu bekommen.

Im Laden selbst sind immer mehrere Personen mit dem zurechtlegen der Waren beschäftigt, die andere Helfer vorher herbeigeschafft haben. Richtig schön und appetitlich wird der Salat hergerichtet, werden Joghurt, Quark und Käse, Brot und viele andere Esssachen zu Recht gelegt. Gegen 2 Euro Spende werden sie dann in der Größe eines bestimmten Warenkorb an die zahlreichen Kunden abgegeben.

Grundnahrungsmittel und zum Teil auch Spezialitäten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum gerade abläuft, sind von Discountern und Einzelhändlern, in der Absicht zu helfen, an den Leb-mit-Laden gegeben worden. Und Hilfe brauchen viele der "weit über 1000 Arbeitslosengeld II Bezieher, Sozialhilfeempfänger und Kleinstrentner in Neumarkt und Umgebung", heißt es in einer Presse-Mitteilung von Flitz.

Knapp 200 Kundenkarten, die zum günstigen Einkauf berechtigen, hat Fr. Zenglein im Rahmen ihrer Tätigkeit, der Allgemeinen Sozialen Beratung beim Diakonischen Werk Neumarkt, bislang an Haushalte ausgegeben. Besonders hart betroffen sind ihrer Erfahrung nach oftmals Einpersonenhaushalte, die mit 345 Euro im Monat auskommen sollen und davon mit Ausnahme der Miete alles bezahlen müssen: „Den defekten Kühlschrank zu ersetzen, das ist dann für viele kaum mehr leistbar“. 40 bis 50 Personen kommen täglich, um abwechselnd von den 55 ehrenamtlichen Helfer betreut zu werden.

Zu festgesetzten Zeiten werden die Kunden im „Cafe“ im Nebenraum zu einem Frühstück eingeladen, um so in gemütlicher Atmosphäre die Möglichkeit zum gemeinsamen Gespräch und zum Erfahrungsaustausch zu haben. „ Notwendige Nahrung auch für die Seele wird so geboten und es wird unentgeltlich geholfen“.

Begeistert zeigten sich die Besucher der Freien Liste Zukunft (FLitZ) von den Informationen über die Einrichtung und dem Wirken dort. Der Vorsitzende Dieter Ries fordert daher die Verantwortlichen in der Stadt auf, dieses soziale Projekt nicht nur durch die kostenlose Überlassung der Räume zu fördern. Schön wäre es zum Beispiel, wenn ein dringend benötigtes zweites Kühlauto kostenlos zur Verfügung gestellt werden würde, mit dem dann täglich die notwendigen Waren herbei geschafft werden können. Interessant wären auch Zuschüsse zu den Neben– und Benzinkosten.

Dringend benötigt werden weitere ehrenamtliche Fahrer, denn die Waren werden zum Teil auch in Parsberg oder Seubersdorf geholt. „ Kostengünstiger wären diese kürzeren Wege“. Mit dieser Hoffnung wendet sich Fr.Zenglein an örtliche Einzelhändler, ebenfalls Lebensmittel, auf Wunsch gegen Spendenquittung, an die Einrichtung zu geben. Der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Grünen und FLitZ, Hans-Jürgen Madeisky, kündigte an, bezüglich des Autos einen entsprechenden Antrag im Stadtrat zu stellen. "Gemessen an den beabsichtigten Großprojekten" sei diese "nützliche und notwendige Anschaffung finanziell gesehen sicherlich leistbar und eine gute Investition". Er sicherte auch zu, anderweitig zu helfen. Entsprechende Kontakte habe er bereits geknüpft.