Islamist oder krank ?


In einem ICE bei Seubersdorf wurden mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt
Foto: pixabay
NEUMARKT. In München hat der Prozeß gegen einen mutmaßlichen Islamisten begonnen, der in einem Zug bei Seubersdorf auf Mitfahrer eingestochen und sie schwer verletzt hat.

Vor dem Oberlandesgericht München geht es seit Freitag vor allem darum, ob der Angeklagte Abdalrahman A. (28) ein islamistischer Terrorist oder ein psychisch kranker Mensch ist. Bundesanwältin Silke Ritzert sprach am Freitag bei der Verlesung der Anklageschrift von einer "radikal-islamistischen Überzeugung". Ein Urteil wird kurz vor Weihnachten erwartet.

Der Prozeßauftakt verzögerte sich am Freitag, weil Abdalrahman A. über "Müdigkeit" klagte. Er wurde jedoch nach einer Untersuchung für verhandlungsfähig erklärt. Der Prozeß ist auf 24 Verhandlungstage geplant.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft weist Abdalrahman A. eine radikal-islamische Gesinnung auf. Er soll am Morgen des 6. November 2021 im ICE 928 von Passau nach Nürnberg auf vier Fahrgäste mit einem Taschenmesser mit einer Klingenlänge von 8,5 Zentimeter vielfach kräftig eingestochen haben.

Unmittelbar nach seiner Festnahme bezeichnete sich Abdalrahman A. selbst als psychisch krank. Am 7. November 2021 wurde er wegen eines Unterbringungsbefehls des Amtsgerichts Nürnberg in das Bezirksklinikum Regensburg eingewiesen. Dort soll er am Morgen des 20. Dezember aus radikal-islamischen Motiven einen Pfleger mit der Hand mindestens einmal schmerzhaft ins Gesicht geschlagen haben.


Nach den Ergebnissen einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung sowie weiterer Ermittlungen ist davon auszugehen, dass Abdalrahman A. nicht an einer psychischen Erkrankung leidet, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung des Mannes stellt dies in Frage.

neumarktonline hatte mehrmals über die brutale Messerattacke im November letzten Jahres berichtet. Kurz nach der Tat war die Staatsanwaltschaft von einem psychisch kranken Täter ausgegangen (wir berichteten). Monate später kam man dann zu dem Schluß, daß der Täter möglicherweise einen „Beitrag zum weltweiten Jihad“ leisten wollte , in dem er „ungläubige“ Nichtmuslime wahllos tötet (wir berichteten).
21.10.22
Neumarkt: Islamist oder krank ?
Telefon Redaktion


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