„Unschätzbare Leistungen“


Landwirte aus dem Neumarkter Stadtgebiet erhielten Prämien und „Urkunden der Wertschätzung“
Foto: Lara Koller
NEUMARKT. 18 Landwirtschaftliche Betriebe im Neumarkter Stadtgebiet erhalten 32.300 Euro Prämie für umweltgerechtes Verhalten.

Die Stadt Neumarkt hat als erste Kommune in Deutschland ein derartiges Vergütungsprogramm aufgelegt. Dabei erbringe die Landwirtschaft im Stadtgebiet Leistungen für das Gemeinwohl im Wert von 1.011.128 Euro, hieß es.

Die Werte wurden mit einer „Regionalwertleistungsrechnung“ ermittelt. Grundlegendes Kriterium für die Teilnahme am Programm ist lediglich, dass der landwirtschaftliche Betrieb mindestens fünf Hektar im Neumarkter Stadtgebiet bewirtschaften muss.

Die vergüteten Leistungen seien unschätzbar für die Lebensqualität in Neumarkt und tauchten bisher auf keiner Rechnung auf, sagte Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn.

Landwirtschaftliche Betriebe würden die Fruchtbarkeit der Böden steigern, das Grundwasser schützen, Lebensräume für Wildtiere schaffen, betriebseigene Futtermittel anbauen, die ökonomische Wertschöpfung erhöhen und regionale Wirtschaftskreisläufe fördern. Diese Leistungen würden im klassischen Wirtschaftssystem bislang weder bilanziell erfasst noch entsprechend vergütet, hieß es.

Nach einem einjährigen Prozess mit Einbindung von verschiedenen Fachstellen und acht teilnehmenden landwirtschaftlichen „Pilotbetrieben“ wurde ein Modell entwickelt, wie diese Leistungen sichtbar gemacht und wertgeschätzt werden können. Die „Regionalwertleistungsrechnung“ mache die ökologischen, sozialen und regionalökonomischen Leistungen landwirtschaftlicher Betriebe anhand von bis zu 500 Kennzahlen messbar und bewerte sie wirtschaftlich. Der Stadtrat der Stadt Neumarkt hatte im Herbst 2025 einstimmig 100.000 Euro für das dreijährige Programm frei gegeben.


Bis Juli 2026 haben noch sechs landwirtschaftliche Betriebe am Programm teilgenommen, danach kamen zwölf weitere hinzu. Im Programmjahr 2026 werden insgesamt 32.300 Euro Gemeinwohlprämie an die Betriebe ausgezahlt, die einen Mindestnachhaltigkeitsgrad von 55 Prozent erreicht haben. Je höher der Nachhaltigkeitsgrad, desto höher die Prämie. Der durchschnittliche Nachhaltigkeitsgrad aller 18 teilnehmenden Betriebe liegt bei 63 Prozent.

Neben den bereits im Juli ausgezeichneten sechs Betrieben (wir berichteten) erhielten jetzt im Bürgerzentrum weitere zwölf Betriebe die „Urkunde der Wertschätzung“ für die Erbringung der Gemeinwohlleistungen.
05.11.26
Neumarkt: „Unschätzbare Leistungen“
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