"Selbst in die Hand genommen"


So soll das neue Gemeindehaus in Pölling aussehen
Grafik: Architekturbüro Distler
NEUMARKT. Coup im beginnenden OB-Wahlkampf: der Amtsinhaber hat sich offenbar das Prestige-Thema des CSU-Kandidaten unter den Nagel gerissen.

Nachdem die CSU im Stadtrat auf Antrag ihres OB-Kandidaten Richard Graf gegen die UPW und den amtierenden Oberbürgermeister Thomas Thumann Pläne für ein 2,5 Millionen Euro teures "Bürgerhaus" in Pölling durchgesetzt hatte (wir berichteten) schien das Projekt schon einige Monate später fast gestorben, weil angeblich die Kirche ihren Anteil nicht bezahlen wollte (wir berichteten).

Jetzt scheint es doch eine Lösung zu geben - mit ausgerechnet Oberbürgermeister Thomas Thumann als "Retter": er habe "die weiteren Schritte zur möglichen Realisierung eines Stadtteilzentrums in Pölling selbst in die Hand genommen", heißt es am Mittwoch in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.


Zunächst hatte er in einem Gespräch mit Regierungspräsident Axel Bartelt das Vorhaben erläutert und die Chancen abgeklärt, ob Neumarkt nicht doch in den Genuss einer Förderung kommen könne, nachdem es zunächst geheißen hatte, dass reguläre Städtebaufördermittel dafür nicht in Frage kommen.

Regierungspräsident Bartelt habe OB Thumann über ein aktuell neu aufgelegtes Förderprogramm informiert, das für das Vorhaben passen könnte. Inzwischen hat der Stadt-Chef mit den zuständigen Stellen bei der Regierung Details geklärt und die Aussage erhalten, dass für das Stadtteilzentrum in Pölling Zuschüsse aus diesem neu aufgemachten Fördertopf möglich wären.

"Um keine Zeit zu verlieren" habe er daher bereits einen entsprechenden Förderantrag bei der Regierung gestellt, der sich auf dieses neu aufgelegte Programm bezieht, teilte Thumann mit.

In der nächsten Stadtratssitzung will er den Antrag dann von den Stadträten beschließen lassen, damit der Antrag für die Bearbeitung durch die Regierung wirksam werden kann.

"Ich habe hier rasch gehandelt, damit wir keine Förderchance verschenken", so Oberbürgermeister Thumann dazu. "Immerhin steht im Zusammenhang mit diesem neuen Förderprogramm ein siebenstelliger Förderbetrag im Raum, der die Verwirklichung des Stadtteilzentrums in Pölling wesentlich erleichtern würde".

Oberbürgermeister Thumann erhofft sich dabei einen sehr hohen Förderanteil für die Stadt. Wichtig dabei sei, dass auch die Kirche und ihre Belange mit einbezogen werden, wie etwa zum Beispiel der Abriss der Charité oder die Vorplatzgestaltung des Kirchenbereiches. Auch ein Aufzug für das Gebäude der Selbsthilfegruppen wäre hier mit inkludiert und würde durch die Regierung gefördert.

"Da erweist es sich einmal mehr, dass unsere Grundlagenarbeit Früchte trägt", so der Oberbürgermeister. Denn man komme nur in den Genuss dieses Förderprogramms, weil man 2013 mit der Aufstellung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) diesen Bereich als soziales Stadtteilzentrum ausgewiesen und planerisch so dargestellt und entwickelt haben.

Dies zahle sich nun aus, "weil es für Pölling ein Alleinstellungsmerkmal darstellt, mit dem wir in das neue Förderprogramm gelangen können".

Allerdings ist dies auch an einige Bedingungen geknüpft: So muss die Stadt im Hinblick auf die Umsetzung des Projektes und die Förderung als Bauherr auftreten. In den bisherigen Plänen war davon die Rede, daß offiziell der - praktisch mittellose - neue Pöllinger Heimatverein "mit finanzieller Unterstützung der Stadt" das Projekt stemmt.

Zudem müssen im Hinblick auf die Planung und Umsetzung die entsprechenden Vorschriften zu den VOB-Ausschreibungen zu beachten. Dies alles bedingt einen entsprechenden Zeitrahmen.

Er sei sich sicher, dass der Stadtrat seinem Vorschlag folgen und dem Städtebauförderantrag und den damit verbundenen Bedingungen zustimmen werde, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Über die neue Entwicklung habe er auch die Vertreter der Kirche aus Pölling und des Heimatvereins informiert.
10.05.17
Neumarkt: "Selbst in die Hand genommen"
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