Die derzeitige Plakatierung im Stadtgebiet Neumarkt ist ein Unding. Nahezu jede Partei plakatiert nach dem Prinzip „je mehr, desto besser“ – das Ergebnis ist ein unübersichtlicher Wildwuchs, der weder dem Stadtbild noch der politischen Kultur guttut.
Überall hängen Plakate: an Laternen, Kreuzungen, Einfahrten. Es kommt zu Sichtbehinderungen, gerade an verkehrsrelevanten Stellen. Hinzu kommen Vandalismus und Beschädigungen, die das Erscheinungsbild weiter verschlechtern. Von Fairness oder gegenseitiger Rücksichtnahme kann kaum die Rede sein.
Auch der ökologische Aspekt darf nicht ignoriert werden. Tausende Plakate müssen gedruckt, aufgehängt, später wieder abgenommen und entsorgt werden. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit zu Recht immer stärker eingefordert wird, wirkt diese Materialschlacht schlicht aus der Zeit gefallen.
Dass es anders geht, zeigen andere Städte. In Roth etwa gibt es zentrale Anschlagplätze für die Parteien. Dort dürfen Plakate angebracht werden – außerhalb dieser Flächen jedoch nicht. Dieses System ist übersichtlich, fair, ressourcenschonend und für alle gleich. Solche Regelungen sind heute längst gang und gäbe.
Es stellt sich daher die Frage, warum Neumarkt weiterhin auf ungezügelte Plakatierung setzt. Weniger Plakate bedeuten nicht weniger Demokratie, sondern mehr Ordnung, mehr Sicherheit und mehr Respekt gegenüber dem öffentlichen Raum.
Vielleicht wäre es an der Zeit, auch in Neumarkt über zentrale, klar definierte Plakatflächen nachzudenken – im Interesse der Stadt, der Bürgerinnen und Bürger und letztlich auch der politischen Glaubwürdigkeit.