Sternwarte Neumarkt

Die acht Planeten

NEUMARKT. Am Freitag wird Schriftführer Andreas Leonhardt ab 19 Uhr in der Fritz-Weithas-Sternwarte einen Kinderabend veranstalten.

Dabei wird er auf alle acht Planeten des Sonnensystems eingehen. Am Anfang wird das Planetensystem am Modell gezeigt. Außerdem werden die Planetenbahnen auf einer Computersimulation über einen HD-Projektor auf einer Leinwand gezeigt.

Dann will Leonhardt den kleinen Besuchern nahebringen, wie groß die Sonne ist und wie gigantisch die Energiemengen sind, die sie ausstößt. Ausgehend vom Zentralgestirn werden die Kinder dann auf eine Reise zu den Planeten mitgenommen.


Der Kinderabend ist so gestaltet, dass Kinder ab sechs Jahren folgen können. Nach der Einführung können bei klarem Wetter dann auch der zu 85 Prozent beleuchtete Mond und die Planeten Venus und Jupiter sowie die schönsten Nebel und Sternhaufen des Winterhimmels durch Teleskope beobachtet werden.

Beim Aufenthalt unter freiem Himmel wird warme Kleidung empfohlen. Der Vortrag findet im gewärmten Präsentationsraum der Sternwarte statt.
28.01.15

Der Stier am Himmel


Offener Sternhaufen „Plejaden“ im Stier
Foto: Harald Liederer, Gerald Reiser, Sternwarte Neumarkt
NEUMARKT. Am Freitag wird Günter Gebhard um 20 Uhr auf der Sternwarte Neumarkt das Sternbild Stier und einige besondere Objekte darin vorstellen.

Schon in 3000 Jahre alten schriftlichen Überlieferungen astronomischer Himmelsbeobachtungen erscheint das beeindruckende Sternbild als Bulle des Himmels. Seine hellen Sterne zeichnen einen Stierkopf mit gewaltigen Hörnern an das winterliche Firmament. Es beherbergt mit zwei leicht erkennbaren offenen Sternhaufen, den Hyaden und den Plejaden das Tor der Ekliptik. Alle Planeten, die Sonne und der Mond müssen auf ihrem Weg über den Himmel dieses Tor durchqueren.


Den frühen Astronomen unbekannt war ein anderes berühmtes Objekt im Sternbild Stier, der Krebsnebel. Er entstand in der gewaltigen Explosion eines Sterns, der immerhin 6300 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt war. Der Lichtblitz dieser Supernovaexplosion erreichte die Erde am 11. April 1054 und war als leuchtender Fleck am Taghimmel neben der Sonne zu sehen.

Die Gegenwart erreicht man mit der Beobachtung eines Sterns, dessen Helligkeit leicht schwankt. Er markiert das südliche Horn des Himmelsstiers. Mit raffinierten Methoden, die zum Teil auch Amateuren zur Verfügung stehen, erkennt man einen Stern, der bei seiner rasanten Rotation Teile seiner Oberfläche verliert.

Sollten die Wolken einmal ausnahmsweise den Blick auf den winterlichen Nachthimmel nicht versperren, so können nach dem Vortrag auch noch andere beeindruckende Himmelsobjekte mit dem bloßen Auge oder durch die Fernrohre der Sternwarte beobachtet werden.
14.01.15

Der Stern von Bethlehem

NEUMARKT. Am Freitag wird Hans-Werner Neumann um 19 Uhr im Rahmen des Kindertages in der Sternwarte über den Stern von Bethlehem und seine Deutungen sprechen.

Seit Beginn des 14. Jahrhunderts stellen Künstler den Stern von Bethlehem als Kometen dar. Einer der ersten war Giotto, der ihn in dem Fresko „Anbetung der Könige“ in der Kapelle in Padua malte. Gegen die Kometentheorie spricht aber, dass um die Zeit 7 bis 4 vor Christus, zu der Jesus Geburt angesetzt wird, keine Kometenerscheinung beschrieben wurde und Kometen schon immer mit Unheil, Krankheiten oder Kriegen verbunden wurden, aber nicht mit einem Heilsbringer.


Heute glaubt man eher, dass es sich dabei um eine sehr seltene dreifache Jupiter-Saturn-Konjunktion im Sternbild der Fische handelte. Jupiter war der Stern eines babylonischen Gottes, und Saturn galt als Planet des jüdischen Volkes. Die drei Konjunktionen ereigneten sich im Abstand von einigen Monaten, so dass die Weisen aus dem Morgenland genug Zeit für eine Reise nach Judäa hatten. Am 12. November 7 v. Chr. standen die Planeten Jupiter und Saturn in der Abenddämmerung an der Straße von Jerusalem in Richtung Betlehem.

Es wird der letzte Vortrag in diesem Jahr auf der Sternwarte Neumarkt sein. Das neue Jahr wird mit einem Vortag am 16.Januar über das Sternbild Stier von Günter Gebhard begonnen.
10.12.14

Welt der Teleskope

NEUMARKT. Astronomie made in Europe: Dr. Gero Rupprecht spricht in Neumarkt über Gegenwart und Zukunft der bodengebundenen europäischen Astronomie.

Rupprecht ist praktizierender Astronom an der ESO in Garching bei München und wird die Besucher am Freitag um 20 Uhr auf der Neumarkter Sternwarte in die Welt der neuartigen Teleskope entführen.


Europa ist die Wiege der modernen beobachtenden Astronomie: Die präzisen Beobachtungen Tycho Brahes in Dänemark ermöglichten es dem deutschen Astronomen Johannes Kepler in Prag, die wahren Planetenbahnen noch vor der Erfindung des Teleskops in Holland zu berechnen. Dessen Einsatz am Himmel durch Galileo Galilei in Italien verhalf schließlich dem Weltbild von Nikolaus Kopernikus aus Preußen zum Durchbruch.

In dieser Tradition steht die Europäische Südsternwarte ESO, die mit dem Very Large Telescope in der chilenischen Atacama-Wüste die weltgrößte bodengebundene astronomische Beobachtungsanlage betreibt. Auch an dem Welt- Astronomie-Projekt ALMA ist die ESO maßgeblich beteiligt. Ein Ausblick auf das geplante weltgrößte Teleskopprojekt E-ELT schließt den Vortrag ab.

Der Vortrag findet auch bei schlechtem Wetter im Vortragsraum der Sternwarte Neumarkt statt. Anschließend gibt es bei klarem Himmel wieder die beliebten Sternenführungen mit Erklärungen der wichtigen und auch leicht auffindbaren Sternbilder. Es wird warme Kleidung empfohlen.
04.12.14


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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang