Sternwarte Neumarkt

Fernrohr unterm Christbaum ?

NEUMARKT. Ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung unterm Christbaum ? Die Neumarkter Sternwarte will dazu am Freitag Tipps geben.

Die diversen Discounter bieten rechtzeitig zur Weihnachtszeit entsprechende Angebote an, aber ist diese Optik auch gut genug?

Am Freitag ab 20 Uhr können die Besucher der Sternwarte ihr vielleicht schon vorhandenes eigenes Fernrohr mit auf die Sternwarte bringen, oder sich eingehend über den möglichen Kauf eines Teleskopes beraten lassen. Bei schlechtem Wetter werden im Vortragsraum die Geräte aufgebaut und erklärt.

Fachkundige Mitglieder und erfahrene Himmelsbeobachter erklären die einzelnen Typen und geben Tipps zum Beobachten mit Fernrohr - und vielleicht den letzten Ausschlag zum Kauf.

Dabei wird auch auf Besonderheiten eingegangen, die beim Kauf sonst oft nicht beachtet werden und die über den "Spaßfaktor" für die Zukunft entscheiden. Denn meist landet so ein gekauftes Fernrohr nach wenigen erfolglosen Beobachtungen in der Ecke und alle sind frustriert und wenden sich von der Astronomie ab.

Die Fritz-Weithas-Sternwarte und deren Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung umfassend und volksnah über die Wunder des Universums aufzuklären. Dazu gehört auch, daß einmal mehr über die Beobachtungspraxis und die Beobachtungs- geräte selbst informiert wird, um dem Besucher die Scheu zu nehmen, mit geeigneten Mitteln in den Himmel zu schauen.

Die Astronomie ist immerhin die älteste Wissenschaft der Menschheit und hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, was aus den Menschen heute geworden ist und wo man heute steht.
21.11.08

Starke Schwankungen

NEUMARKT. Um zwei "interessante Veränderliche" am Winterhimmel geht es bei einem Vortrag von Andreas Viertel am Freitag um 20 Uhr auf der Sternwarte Neumarkt.

Die Sonne strahlt in unverminderter Helligkeit und wird dies noch rund vier Milliarden Jahre gleichmäßig tun. Diese relative stabile Leuchtkraft beschert das Leben auf dem Planeten Erde. Doch selbst sie ist regelmäßigen Helligkeitsschwankungen unterworfen, das sich alle el Jahre aufgrund des Sonnenfleckenzyklus wiederholt. Diese Schwankung ist allerdings nicht direkt beobachtbar, nur schwache 0,1 Prozent wird sie dabei schwächer oder heller.

Wer jedoch wie die Astronomen intensiv den Nachthimmel beobachtet, der stellt fest, daß es Sterne gibt, die in ihrer Helligkeit mehr oder weniger stark schwanken. Dabei stellt sich aber keinerlei Muster heraus. Einige schwanken relativ schnell regelmäßig, andere hingegen unterliegen jahrzehntelangen Schwankungen von einer zur nächsten Größenklasse, andere wiederum schwanken so stark, daß ihre Helligkeit von bis zu zehn Größenklassen zunimmt - sie sind bis zu 10 000 mal heller oder schwächer als ursprünglich.

Die Veränderungen darf man aber nicht mit dem klassischen Sternfunkeln am Nachthimmel verwechseln, dies ist die Folge von Luftbewegungen in der Erdatmosphäre.

Zehntausende solcher sogenannter "Veränderlichen Sterne" sind bis heute bekannt. Andreas Viertel wird am Freitag zunächst die Prozesse und Arten solcher Sterne erklären und dann auf zwei besonders interessante Veränderliche, die sich zur Zeit am Winterhimmel aktiv verändern eingehen.

Im Anschluß werden diese Sterne in den Fernrohren der Sternwarte eingestellt und beobachtet.
11.11.08

Durch den Grand Canyon


Der "Grand Canyon" ist einer der Höhepunkte der Reise.
Fotos: Hans-Werner Neumann

Faszinierende Landschaften.
NEUMARKT. Am Freitag hält Hans-Werner Neumann um 20 Uhr in der Neumarkter Sternwarte einen Vortrag über die Nationalparks im Südwesten der USA.

Dieser Teil des Landes ist geprägt vom Colorado-Plateau, einer Hochebene, die durch die Kontinentalverschiebung vor über zehn Millionen Jahren angehoben wurde. Durch Erosion entstanden Landschaften wie das aus vielen Wildwestfilmen bekannte Monument-Valley, dessen bizarre Felsformationen und farbenprächtige Gesteinsschichten vor allem bei Sonnenauf- oder untergängen geradezu mystischen Charakter erhalten.

Der Colorado-Fluss fraß sich in Millionen von Jahren immer tiefer in die Hochebene hinein, und so entstand der Grand Canyon, eines der Highlights der Reise. Weitere Höhepunkte sind das Death Valley, Brice- und Zion-Canyon.

Doch nicht nur die einzigartige Landschaft begeistert: Die gewaltigen Klippenwohnungen im Gebiet von Mesa Verde und Canyon de Chelly zeugen von einer 1000 Jahre alten kulturellen Hochphase der Indianer. Nicht fehlen dürfen die großen Städte wie San Franzisco, Las Vegas oder Los Angeles.

Nach dem Vortrag ist wie immer bei klarem Wetter die Betrachtung des Himmels und der Gestirne mit den Teleskopen möglich.
24.10.08

Die älteste Wissenschaft

NEUMARKT. Der Vorsitzende der Münchner Volkssternwarte spricht am Freitag in Neumarkt über "die Astronomie unserer Vorfahren".

Bereits zum wiederholtem Male besucht der derzeitige Vorsitzende der Münchner Volkssternwarte, Hans-Georg Schmidt seine Neumarkter Kollegen um einen Vortrag für die Neumarkter Bevölkerung zu halten. Die guten Beziehungen werden das ganze Jahr über gepflegt, ist doch der Leiter der Neumarkter Sternfreunde, Harald Liederer häufig in München auf dem Observatorium als aktiver Beobachter zu Besuch.

Am Freitag um 20 Uhr wird Hans-Georg Schmidt über die "Astronomie unserer Vorfahren" berichten. Rondelle und Visuren lautet die Überschrift und soll darlegen, daß die Astronomie die älteste Wissenschaft ist, die von den Menschen betrieben wird.

Bereits vor vielen Jahrtausenden haben die Vorfahren den Lauf der Gestirne beobachtet. Zu diesem Zweck errichteten sie mancherorts große Bauwerke, von denen einige bis auf den heutigen Tag überdauern konnten. Die gewaltige Anlage von Stonehenge im südwestlichen England dürfte in diesem Zusammenhang wohl am bekanntesten sein.

Nicht so bekannt ist jedoch die Tatsache, dass schon vor über siebentausend Jahren im heutigen Niederbayern ausgeklügelte Anlagen gebaut worden sind, mit denen die Bewegungen von Sonne und Mond verfolgt wurden. Und schließlich zeigt die Entdeckung der "Himmelsscheibe von Nebra", dass sich die Vorfahren schon recht gut mit himmlischen Vorgängen ausgekannt haben.

Für Neumarkter dürfte interessant sein, daß bereits Pfalzgraf Otto II von Mosbach, auch "Mathematicus" genannt und einst Regent von Neumarkt, in Neumarkt aktiv Astronomie betrieb. Im sogenannten Mathematikerturm, neben der Neumarkter Residenz, ließ er sogar eine kleine Sternwarte errichten. Im rechten Seitenflügel in der Hofkirche steht sein Marmorhochgrab.

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion und Himmelsbeobachtung.
26.09.08


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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang