
MdL Albert Füracker
Dritte Wähler-Watschn

Vor der Wahl noch optimistisch: die CSU-Direktkandidaten Albert Füracker (Landtag) und Albert Löhner (Bezirkstag). Dazwischen der frühere Landtags-Direktkandidat Hans Spitzner.
Foto:Archiv
NEUMARKT. Die Landtagswahlen brachten der CSU in Neumarkt die dritte Watschn des Wählern innerhalb von drei Jahren. Wie in ganze Bayern erlebten die Christsozialen auch in der Stadt und im Landkreis Neumarkt ein Desaster - obwohl Landtags-Direktkandidat Füracker auf über 50 Prozent kam.

Spannung bei der UPW - hier OB Thumann und Landtags-
Listenkandidaten Regina Weidinger mit UPW-Pressesprecher
Bernhard Lehmeier - doch schon bald konnte man am Sonntag-
Abend feiern.
Nach den OB-Wahlen im Dezember 2005 und den Lokalwahlen im März dieses Jahres gingen aus Sicht der CSU auch die Landtagswahlen komplett in die Hosen.
Ob die CSU bei der Bezirkstagswahl genauso abgestraft wurde, stand um 20.30 Uhr noch nicht fest. Direktkandidat Landrat Albert Löhner hatte schon bei den letzten Kommunalwahlen gezeigt, daß ein CSU-Fiasko an seiner Person durchaus vorbeigehen kann.
Landtags-Direktkandidat Albert Füracker kam nach der Auszählung von 16 (von 19) Gemeinden auf 52,3 Prozent - gegenüber 67,8 Prozent seines Vorgängers Hans Spitzner vor fünf Jahren. An Zweitstimmen holte die CSU 53,93 Prozent gegenüber 69,25 Prozent vor fünf Jahren.
Unter 50 Prozent
NEUMARKT. mit den letzten Ergebnissen rutschte der CSU-Direktkandidat doch noch unter 50 Prozent:
Nach der Auszählung aller Wahllokale im Landkreis kam Albert Füracker auf 49,48 Prozent der Stimmen. Die CSU erreichte 51,21 Prozent.
Klare Gewinner auch im Landkreis Neumarkt sind bei den Landtagswahlen die Freien Wähler: Direkkandidat Hans Gerngroß kam nach diesen ersten Zahlen auf 16,27 Prozent, die Freien Wähler liegen bei 15,41 Prozent.
Mit rund zwölf Prozent lagen SPD-Direktkandidatin Carolin Braun und ihre Partei etwa bei den Ergebnissen der letzten Landtagswahl.
Dr. Roland Schlusche von den Grünen kam auf sechs Prozent, seine Partei auf 5,4 Prozent.
Alle anderen Parteien würden nach diesen ersten Ergebnissen aus dem Landkreis Neumarkt an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Stellungnahmen der Direktkandidaten am Wahlabend:
Albert Füracker (CSU)
Hans Gerngroß (Freie Wähler)
Carolin Braun (SPD)
Albert Löhner (CSU)
Thomas Thumann (Freie Wähler)
Alle Ergebnisse28.09.08
Majestät überzeugt

Claudia Porschert, die Siebentälerkönigin Dietfurts, umringt von
den Kandidaten der CSU
NEUMARKT. Der Ortschaft Zell bei Dietfurt, dem südlichsten Zipfel des Landkreises Neumarkt, statteten die Landtags- und Bezirkstagskandidaten der CSU in der heißen Endphase des Wahlkampfs einen Besuch ab.
Zell hat eine geographische Besonderheit, die seinen Einwohnern häufig zur Last wird: Weit ab von der Großen Kreisstadt Neumarkt und anderen größeren Ortschaften, wird selbst der alltägliche Weg zum Einkauf zu einer "kleinen Weltreise".
Auf diese Problematik wies auch Andeas Porschert, der dritte Bürgermeister Dietfurts, hin: "Ob ich nun von Zell aus nach Ingolstadt zu meiner Arbeitsstelle oder zu einem Behördengang nach Neumarkt fahre - immer bin ich knapp 90 Kilometer mit dem Auto unterwegs. Bei Spritpreisen von 1,40 Euro pro Liter geht uns hier auf dem Land langsam die Luft aus. Die Politik muß endlich handeln."
Laut Landtagskandidat Albert Füracker will die CSU mit einer Neuordnung der Pendlerpauschale diesem Problem entgegenwirken. Gerade die hohe Zahl der Berufspendler im Landkreis Neumarkt zeige deutlich, dass das tagtägliche Pendeln zum Arbeitsplatz oft unabdingbare Voraussetzung für Erwerbstätigkeit ist. Gerade der Flächenlandkreis Neumarkt mit seinem sehr hohen Anteil an Pendlern werde von einer Neuordnung der Pendlerpauschale profitieren, so Albert Füracker.
Nach einer heftigen Diskussion um die derzeit sehr hohen Benzinpreise ging Susanne Hierl, CSU-Listenkandidatin für die Landtagswahl, kurz auf Energiepolitik ein: Trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien werde man die Stromerzeugung aus Kernkraft-, Gas- und Kohlekraftwerken zeitnah nicht ersetzen können, sagte sie. Ein langfristiges Ziel der CSU sei jedoch eine CO2-freie Stromerzeugung. Bereits jetzt würden rund 80 Prozent des bayerischen Stroms durch Kernkraftwerke oder erneuerbare Energien CO2-frei erzeugt. Man brauche die CO2-freie Kernenergie für eine Übergangszeit. Allerdings, so Hierl: "Der Neubau von Kernkraftwerken wird von der CSU entschieden abgelehnt".
Am Ende der Veranstaltung konnte CSU-Kreisvorsitzender Albert Füracker noch eine kleine Überraschung verkünden: "Die CSU hat nun eine echte Königin in ihren Reihen". Die bei der Diskussionsrunde anwesende Siebentälerkönigin Dietfurts, Claudia Porschert, hatte sich kurzerhand entschieden, Mitglied bei der CSU in Zell zu werden.
25.09.08
Ministerin zu Gast

Ministerin Müller wurde von Vertretern der Gemeinde und den
CSU-Landtags-Kandidaten Albert Füracker und Susanne Hierl
in Engelsberg begrüßt.
NEUMARKT. Beeindruckt zeigt sich die Bayerische Wirtschaftsministerin Emilia Müller von der Gemeinschaftsleistung des Bioenergiedorfes Engelsberg.
Durch den Anschluss des gesamten Ortes mit sehr viel Eigenleistung an ein Biomasseheizwerk werden jährlich nicht nur nahezu 300 Tonnen CO2 eingespeist, sondern es verbleibt mehr als 30.000 Euro Kaufkraft in der Region. Beim Rundgang durch die Anlage diskutierten Bürgermeister Peter Braun, stellvertretender Bürgermeister Michael Gottschalk und Betriebsleiter Willibald Locker auch den weiteren Ausbau zur regenerativen Stromerzeugung.
Diese Ziele sind auch im Regionalentwicklungskonzept des Landkreises verankert. Die Wirtschaftsministerin sicherte dabei ihre Unterstützung zu. Sie verwies dabei auf die Vorreiterrolle Bayerns und die Spitzenstellung des Freistaates bei den erneuerbaren Energien.
So liege der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Bayern bei 20 Prozent, im Bund lediglich bei 13 Prozent. Bei allen erneuerbaren Energien – mit Ausnahme der Windkraft – sei Bayern führend:
Zwei Drittel der deutschen Tiefen-Geothermie-Leistung würden auf Bayern entfallen, "Tendenz stark steigend".
Zwei Drittel der Wasserkraft-Leistung, die Hälfte der Photovoltaik-Leistung, gut ein Drittel der Solarthermie-Leistung und ein Drittel der Wärmepumpenleistung seien in Bayern installiert.
Der Beitrag der Biomasse zur Energiebedarfsdeckung sei sogar um etwa die Hälfte größer als im Bundesdurchschnitt.
Als weitere Ziele nannte Emilia Müller eine deutliche Steigerung der Energieproduktivität der bayerischen Volkswirtschaft von heute bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent, eine Senkung der CO2-Emissionen pro Kopf von derzeit rund sieben auf deutlich unter sechs Tonnen pro Einwohner und den Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent am Endenergieverbrauch.
22.09.08