Sternwarte Neumarkt
Musik in der Sternwarte

Rainer Stegmann
NEUMARKT. Musikalische Reise durch das Sonnensystem: am Freitag um 20 Uhr wird in der Sternwarte Neumarkt das erste Gitarrenkonzert abgehalten.
Der Konzertzyklus "Die Planeten" des zeitgenössischen Schweizer Komponisten Jürg Kindle ist ein Crossover von Klassik-, Jazz- und Rockelementen. In diesem publikumswirksamen Werk kommen nahezu alle spieltechnischen und klanglichen Möglichkeiten der Konzertgitarre zum Einsatz. Dargebracht wird der Zyklus vom Regensburger Konzertgitarristen Rainer Stegmann.
Dazu werden Bilder aus dem Sonnensystem gezeigt. Im Anschluss wird es eine Führung durch die Sternwarte und - bei schönem Wetter - eine Sternenbeobachtung geben.
02.07.13
"100 Milliarden Sonnen"
NEUMARKT. Am Freitag hält Vorsitzender Hans-Werner Neumann um 20 Uhr in der Sternwarte einen populärwissenschaftlichen Vortrag über Galaxien.
Dies sind Systeme aus etwa 100 Milliarden Einzelsternen, aus Gas und Staub, die nur durch die Schwerkraft zusammengehalten werden. Meist ist im Zentrum einer Galaxie ein schwarzes Loch, ein Materiemonster, mit einer Masse von einigen Millionen Sonnenmassen. Mit ausgefeilten Messmethoden können die Astronomen die Umgebung solcher Massenungetüme untersuchen und so Rückschlüsse darauf ziehen, wie Sterne und Gaswolken zerrissen werden und ins schwarze Loch fallen.
Die Sonne befindet sich fast 30.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt und kreist auf einer sicheren Bahn um dieses Massenzentrum.
Bei der Betrachtung von Galaxien fallen ihre unterschiedlichen Formen auf: Es gibt solche mit Spiralarmen wie unsere Milchstraße, elliptische riesengroße Galaxien oder auch unregelmäßige wie die Magellanschen Wolken, die gravitativ an die Milchstraße gebunden sind.
Wenn nach dem Vortrag der Himmel klar ist, können Galaxien durch die Teleskope der Sternwarte als schwache Nebelfleckchen direkt beobachtet werden.
25.06.13
"Kosmische Killer"
NEUMARKT. "Wir sind Sternenstaub, Supernovae – kosmische Killer erschaffen Gold und Leben" - darüber spricht der Physiker Rupert Heider.
Millionen oder gar Milliarden Jahre lang strahlen sie ihr Licht hinaus ins All, scheinbar unvergänglich: Doch auch den Sternen ist eine ewige Existenz nicht vergönnt, auch wenn Ihr Dasein ungleich länger andauert als das menschliche Leben.
Sterne mit einer Masse von mehr als acht Sonnenmassen beenden ihre Existenz in einer beeindruckend spektakulären Explosion galaktischen Ausmaßes. Eine solche Supernova leuchtet für eine kurze Zeit heller als eine ganze Galaxie mit Milliarden von Sternen und ihr Licht ist noch viele Millionen Lichtjahre weit weg zu sehen. Das bei dieser Explosion ins All geschleuderte Material bildet prachtvolle Nebelstrukturen, welche sich mit enormer Geschwindigkeit ausbreiten. Diese Supernova-Überreste zeugen noch Jahrtausende lang von dieser stellaren Katastrophe.
Doch selbst diese gewaltigen Explosionen hinterlassen einen kompakten Überrest des Vorgängersterns. Diese Reste gehören zu den faszinierendsten und extremsten Objekten des Universums und stellen noch heute Herausforderungen für die moderne Physik dar: Neutronensterne und schwarze Löcher.
Am Freitag um 20 Uhr findet auf der Fritz-Weithas-Sternwarte Neumarkt ein Vortrag mit dem Titel "Supernovae – Killer erschaffen Gold und Leben" statt. Der Physiker Rupert Heider von der Volkssternwarte Regensburg erläutert, wie es zu diesen gewaltigen Explosionen großer, alter Sterne kommt und welche Folgen damit für ihre Umgebung im Universum einhergehen.
07.06.13
"Astronomie für alle?"
NEUMARKT. Über frühe Volkssternwarten und ihren Spagat zwischen Populärkultur und Wissenschaft spricht und diskutiert ein Wissenschaftshistoriker.
Benjamin Mirwald kommt dazu am Freitag um 20 Uhr auf die Fritz-Weithas-Sternwarte in Neumarkt.
Mehr als 100 Volkssternwarten und 180 hobbyastronomische Vereinigungen holen der interessierten Öffentlichkeit heute die Sterne vom Himmel. Die ersten Sternwarten für die Vermittlung von Astronomie, nicht für die Forschung, entstanden um 1900 herum. In der Region waren Regensburg, Feucht und Nürnberg die Orte mit den ersten Sternwarten auch für das "einfache Volk". Die Volkssternwarten bedienten Fragen, die das Publikum bis heute beschäftigt: Gibt es außerirdisches Leben, stellen Kometen eine Gefahr dar? Was wird aus der Menschheit, wenn die Sonne erlischt?
Die Populäre Astronomie versuchte eine Gratwanderung: Sie wollte wissenschaftlich fundierte Antworten geben - sie wollte aber auch unterhalten. Welche Kontroversen sich daraus ergaben und was man aus der Geschichte für die heutige Gestaltung populärer Astronomie lernen könnte, darüber geht es in dem Vortrag und der Diskussion.
30.05.13