Grüne

Senat ist nochmal gefragt

NEUMARKT. Die nach einem Nazi-Maler benannte "Albert-Reich-Straße" steht im Bausenat erneut auf der Tagesordnung.

Nachdem in einer Sitzung im Juni 2004 schon einmal die Umbenennung der Straße abgelehnt wurde (wir berichteten), sollen die Mitglieder des Bausenats am Donnerstag auf Antrag von neun Stadträten von SPD, Grünen (die es inzwischen im Stadtrat nicht mehr gibt) und der Freien Liste Zukunft erneut darüber entscheiden.

"Was in Nürnberg, Regensburg, München, Würzburg und in vielen anderen Städten und Gemeinden getan wurde, sollte auch in Neumarkt vollzogen werden", appelliert FLitZ-Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky im Vorfeld in einer Pressemitteilung.

Der Straßen-Namensgeber Albert Reich war durch Recherchen der Neumarkter Nachrichten als übler Nazi geoutet worden. Später wollte man in einer Posse die Straße einfach einem gleichnamigen Pastor widmen, bis sich herausstellte, daß es einen "Pastor Albert Reich" vermutlich nie gegeben hat (wir berichteten). Offenbar hat ein Witzbold das "Erklärungsschild" der Bodelschwingh-Straße an der Albert Reich-Straße angebracht und damit einen "Pastor Reich" erfunden.
04.09.07

Harres verläßt Partei

NEUMARKT. Die zu FLitZ gewechselte "grüne" Stadträtin Sieglinde Harres hat alle Parteiämter niedergelegt und die Partei verlassen.

Beim Grünen-Ortsverband wurde dieser Schritt "mit Respekt" zur Kenntnis genommen. "Damit gibt es Klarheit und Transparenz für alle", erklärte Vorsitzender Horst Wild. Man wünsche Sieglinde Harres "für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg".

Sieglinde Harres hatte erklärt, im März bei der Freien Liste Zukunft für ein Stadtratsmandat zu kandidieren (wir berichteten). Daß die Grünen nun "bis März" nicht mehr im Stadtrat vertreten sind, sei keine Katastrophe, erklärte Wild. Man werde den "Weg des konstruktiven und kreativen Dialogs" weitergehen. Wild: "Von destruktiver Blockade und populistischem Aktionismus halten wir dagegen wenig".

Im September wird der Grünen-Vorstand neu gewählt. Der soll dann auch auf breite Basis gestellt werden. Bislang gab es bei den Grünen in Neumarkt immer nur zwei Vorsitzende, obwohl satzungsgemäß mindestens drei vorgeschrieben seien. Wie schon die Kandidatenliste für den Stadtrat werde "wohl auch die Vorstandschaft den Umbruch und die starke Verjüngung des Ortsverbandes ausdrücken", hieß es.
09.08.07

Harres geht zu FLitZ


Grünen-Stadträtin Sieglinde Harres - hier hinter ihrem FLitZ-
Kollegen Hans-Jügen Madeisky bei der letzten Stadtrats-Sitzung.
NEUMARKT. Grünen-Stadträtin Sieglinde Harres wird im nächsten Jahr für FLitZ kandidieren, hieß es am Mittwoch.

Die Zusammenarbeit zwischen Grünen und FLitZ in Neumarkt ist damit formell beendet, erklärte der Grünen-Ortsverband, dessen stellvertretende Vorsitzende Sieglinde Harres noch ist. Harres hat sich entschieden, in der Fraktionsgemeinschaft mit FLitZ zu bleiben und bei den anstehenden Kommunalwahlen auf der Liste von Flitz zu kandidieren.

Die Grünen hatten ihre Stadträtin offiziell aufgefordert, die Fraktionsgemeinschaft mit FLitZ zu beenden (wir berichteten). Bei den Grünen zeigt man sich erleichtert, daß nun eine Entscheidung gefallen ist. Da der Ortsverband nicht mehr hinter ihr stehe, gehe man davon aus, daß Sieglinde Harres auch den stellvertretenden Ortsvorsitz niederlegt. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, Neuwahlen anzusetzten, sagte Ortsvorsitzender Horst Wild.

In einem Gespräch mit neumarktonline zeigte sich Sieglinde Harres von unserer Veröffentlichung überrascht, bestätigte aber den Inhalt. Sie habe soeben Grünen-Ortsvorsitzendem Horst Wild mitgeteilt, "dass ich bei der Kommunalwahl 2008 auf der FlitZ-Liste kandidieren werde, soweit die Aufstellungsversammlung dies bestätigt".

Sie konnte in den vergangenen fünf Jahren "gemeinsam mit den Stadträten von FlitZ in der Fraktionsgemeinschaft positiv wirken", erklärte Harres gegenüber neumarktonline. "Ich wurde als Grüne und in den letzten zwei Jahren als Einzelperson nicht eingeschränkt oder gar gegängelt, sondern als gleichwertige Partnerin mit einem Höchstmaß an Freiheit behandelt. Die Zusammenarbeit mit FlitZ hatte Vorteile, auch für die Grünen", erklärte Harres.

Ihr sei der Entschluss "sehr schwer gefallen, aber um meine Ideen in Richtung Umweltschutz und Unterstützung für Arbeitnehmer weiter umsetzen zu können, halte ich den Schritt für notwendig". Außerdem gäbe es eine Vereinbarung innerhalb der Fraktionsgemeinschaft, die für sechs Jahre gelte - "und ich stehe zu meinem Wort".

Von FLitZ wurde die Entscheidung "mit Beifall und Respekt" aufgenommen. Bei der Freien Liste Zukunft habe "Frau Harres kein Mobbing zu befürchten", hieß es.
08.08.07

Grünen-Chefin zu Gast


In Engelsberg wurde Theresa Schopper von Bürgermeister Peter Braun begrüßt.

NEUMARKT. Die Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper besuchte das "Bioenergiedorf" Engelsberg und das Umweltzentrum am Habsberg.

In Engelsberg ließ sich die grüne Delegation von Lauterhofens Bürgermeister Peter Braun und dem Bauhofleiter Willi Locker das dortige Hackschnitzelwerk zeigen, das seit einigen Monaten die rund 110 Bürger des Orts mit Wärme versorgt. Braun freute sich über den Besuch der Grünen, der auch begleitet wurde von Bezirksrätin Ingeborg Hubert, Kreisrätin Johanna Stehrenberg und den Mitgliedern der Kreisvorstandschaft Dr. Roland Schlusche und Stefan Schmidt.

Gerne gebe man die Erfahrungen mit solchen Projekten auch weiter, um die Möglichkeiten und Probleme auch für andere Orte aufzeigen zu können. Eine große Rolle habe es in Engelsberg natürlich gespielt, dass die Anwohner viel Eigenleistung erbracht hätten, um den Bau auf die Beine stellen zu können. Nur so habe man das Projekt auch finanziell schultern können.

Bauhofleiter Locker stellte dann die Anlage dar, in der die Bauern Hackschnitzel aus ihren eigenen Wäldern anliefern und dafür auch eine Vergütung bekommen. Die Hackschnitzel werden schließlich mit einer hocheffektiven Anlage verbrannt und mittels Fernwärmeleitungen an die einzelnen Haushalte geliefert. Theresa Schopper zeigte sich sehr erfreut über das hohe Engagement der Bürger. Die Verwirklichung in Engelsberg entspreche genau dem, was man sich auch für andere Orte wünsche. Denn bei der Verbrennung werde nur Kohlendioxid freigesetzt, das vorher von den Bäumen gebunden wurde. Bürger würden sich unabhängig von großen Energiekonzernen machen und mit dem Einsatz der Rohstoffe aus den eigenen Wäldern könnten die Anwohner auch einiges an Geld sparen.

Am Habsberg wurde die Delegation dann von Werner Thumann um und in das Umweltpädagogische Zentrum geführt. Auch hier konnten die vielen positiven Aspekte des Hauses in Augenschein genommen werden. Ein abschließender kurzer Besuch der Wallfahrtskirche am Habsberg und des Jugend- und Tagungshauses, das auch für Übernachtungen der Besucher des Umwelthauses genutzt werden könne, rundete den Besuch Schoppers ab.
02.08.07


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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang