Freie Wähler
Eigenes Ganzjahresbad ?
NEUMARKT. Der Bau eines Ganzjahresbades in Neumarkt ist ab sofort Chefsache im Rathaus - auch ohne Beteiligung des Landkreises.
Bei einem Pressegespräch am Mittwoch hieß es von der UPW, die Stadt Neumarkt brauche ein "eigenes Ganzjahresbad" mit den gewünschten Freizeiteinrichtungen. Nach den Überlegungen von OB Thomas Thumann, Bäderreferentin Pedra Wittmann, Architekt Wolfgang Knychalla und weiteren UPW-Stadträten solle das Neumarkter Freibad - "eines der besten im weiten Umkreis" - komplett bestehen bleiben und mit dem neuen Bad logistisch verbunden werden. Eine Überdachung des Erlebnisbeckens ist dabei nicht gewünscht.
Ganz will man die Bande zum Landkreis als Besitzer des Hallenbades allerdings nicht zerreißen: "Eine mögliche Anbindung des Landkreis-Hallenbades soll bei den Planungen für das Ganzjahresbad mit einbezogen werden", hieß es am Mittwoch von der UPW.
Bei dem Pressegespräch wurde darauf hingewiesen, daß das bestehende Hallenbad im Besitz des Landkreises ist und in erster Linie dem Schulsport und den Vereinen diene. Das habe zur Folge, dass die Öffnungszeiten für die Bevölkerung begrenzt seien. Hinzu komme, "dass die Bürger heute nicht mehr nur den Schwimmsport bei ihren Freizeitaktivitäten in den Mittelpunkt stellen, sondern auch Erholung und Badevergnügen für die Kinder suchen".
Ausschlaggebend waren für die UPW die räumlichen Voraussetzungen, die aktuelle Bädersituation und Gespräche mit verschiedenen Fachleuten, hieß es.
Die Stadt Neumarkt sei im Besitz von Grundstücken, die an das Freibad angrenzen. Das Gelände könne entsprechend erweitert werden. "Wie das im Detail aussehen wird, soll in einem Wettbewerb unter Planern geklärt werden", hieß es von der UPW.
Und schnell soll es jetzt als "oberste Chefsache" gehen: Als machbares Ziel sehen es OB Thomas Thumann und die UPW, "wenn zum 850. Geburtstag der Stadt Neumarkt im Jahre 2010 der erste Spatenstich für das Ganzjahresbad gemacht werden kann".
24.09.08
"Pölling nicht abgeschnitten"
NEUMARKT. Im Neumarkter Rathaus ist man "erstaunt" über CSU-Aussagen zu einer geforderten Unterführung bei Pölling.
Oberbürgermeister Thomas Thumann wundert sich, daß von der CSU "wiederum" die Oberste Baubehörde als möglicher Unterstützer und Förderer des Vorhabens ins Spiel gebracht werde (
wir berichteten). Er selber habe bei mehreren Gesprächen mit der Obersten Baubehörde stets ganz andere Aussagen gehört.
Seit seinem letzten Gespräch in München seien weder von dort noch von den nachgeordneten Stellen andere Mitteilungen bei der Stadt eingegangen, erklärte Thumann. "Vielleicht sollte die CSU uns sagen, wer in der Obersten Baubehörde ihnen diese Auskunft gegeben hat. Denn mir und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung wurden bislang von den zuständigen Stellen nur mitgeteilt, dass man dort keinerlei Notwendigkeit für eine erneute Neuplanung zugunsten einer Unterführung sehe".
Dies hätte sich schon im Verlauf der Überprüfung der im Mai 2007 von der CSU geforderte Unterführung ergeben. Damals habe er umgehend reagiert und ein Ingenieurbüro mit der Kostenuntersuchung für verschiedene Varianten beauftragt, dessen Ergebnisse im Oktober 2007 vorlagen, erklärte Thumann. Anschließend habe man die Gespräche mit den zuständigen Stellen geführt und die Möglichkeiten einer Realisierung ausgelotet.
Schließlich dürfe man im Hinblick auf einen möglichen Umbau nicht aus den Augen verlieren, dass dieser nach der Aufstufung des Münchener und Berliner Rings zur B299 zum Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamtes gehöre. Die Stadt habe in Gesprächen mit den zuständigen Stellen allerdings bisher das Signal erhalten, dass man dort keinerlei Notwendigkeit für eine erneute Neuplanung sehe. Daher sei für die Stadt im Moment auch nicht ersichtlich, ob es überhaupt eine Zustimmung dazu gebe und wenn ja, in welcher Höhe der eventuelle Bau einer Unterführung von staatlicher Seite gefördert werde.
Mit geschätzten rund vier Millionen Euro schlage die von der CSU favorisierte Unterführung zu Buche. Sie liege damit wesentlich über den Kosten für die ursprünglich bereits im Stadtrat beschlossene Radweg- und Fußgängerunterführung, die auf Drängen der CSU nicht verwirklicht worden war.
Die Unterführung für Radfahrer- und Fußgänger hätte rund 800.000 Euro gekostet und wäre inzwischen wohl längst gebaut, wenn das Vorhaben nicht auf Antrag der CSU im Mai 2007 gestoppt und eine Unterführung mit einer Durchfahrtshöhe auch für Kraftfahrzeuge von mindestens 3,50 Metern ins Spiel gebracht worden wäre, heißt es in der Erklärung des Oberbürgermeister.
Er selber habe, als die Pläne für eine Radfahrer- und Fußgängerunterführung auf CSU-Antrag gestoppt wurden, sofort reagiert, um die damals noch problematische Situation an der Kreuzung für Radfahrer- und Fußgänger zu lösen. Daher habe er gleich nach dem Stopp im Mai 2007 den Auftrag erteilt, eine andere Ampelschaltung programmieren lassen. Bereits seit Juli 2007 sorge nun eine verbesserte Ampelschaltung an dieser Stelle dafür, dass sich nicht nur die Wartezeiten auf die Grünphasen verkürzt haben, sondern dass die Querung des Rings für Fußgänger und Radfahrer auch deutlich sicherer geworden sei.
"Seither haben mich von den Bewohnern aus Pölling - abgesehen von den Äußerungen seitens der FDP und der CSU – keine Aussagen erreicht, die auf eine markant andere Lösung gedrängt hätten", so Oberbürgermeister Thumann. Ganz im Gegenteil hätten ihm zahlreiche Pöllinger bestätigt, dass sie die jetzige Lösung mit der neuen Ampelschaltung als "völlig ausreichend" ansehen.
Daher könne er die Aussage der CSU nicht nachvollziehen, dass es an dieser Kreuzung Verkehrsprobleme in dem von der CSU dargestellten Maß gibt, die auf eine rasche Lösung drängen. Thumann: "Die CSU-Aussage, dass Pölling vom Rest der Stadt abgeschnitten sei, kann ich dabei überhaupt nicht nachvollziehen. Denn eine Ampel schneidet sicher keinen Stadtteil von der Stadt ab."
Oberbürgermeister Thumann warnt in dem Zusammenhang vor allzu viel Optimismus im Hinblick auf eine Unterführung. Denn nach seiner Einschätzung standen die Zeichen bei den zuständigen Behörden bisher nicht auf Grün für eine Realisierung einer wie von der CSU geforderten Unterführung für Kraftfahrzeuge. Und es gelte, "dass selbst bei einem einhelligen gemeinsamen Wollen des Stadtrates und dem positiven Votum aller beteiligten Stellen eine Realisierung frühestens nach den Straßenbauarbeiten am Unteren Tor und dem anschließend vorgesehenen Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung Berliner Ring/Altdorfer Straße beginnen könne. Eine andere Vorgehensweise würde eine funktionierende Verkehrsabwicklung in die Stadt und um die Stadt unmöglich machen."
07.08.08
Fremde Federn
Im Glashaus ?
NEUMARKT. Während die UPW der CSU unterstellt, sich mit fremden Federn zu schmücken, sieht sie sich mit dem gleichen Vowurf konfrontiert...
Ex-Stadtrat Hans-Walter Kopp war
im Bericht zum UPW-"Bürgerspräch" sauer aufgestoßen, daß der UPW-Oberbürgermeister das lange verschollen geglaubte Thema Kreisverkehr an der Hauptschule Weinbergerstraße wieder aufgegriffen habe.
OB Thumann sei schon am 28.Februar 2008 "von mir daran erinnert worden" erklärte Kopp gegenüber
neumarktonline und fügte das entsprechende Schreiben gleich in der Anlage bei. Kopp: "Eine Auskunft habe ich aber nicht bekommen".
NEUMARKT. Die UPW besteht darauf: die Pläne zur Anbindung der Kerschensteiner Straße an die B8 stammen von OB Thumann, nicht von der CSU.
Die CSU-Fraktion hatte sich in einer Vorstandssitzung mit den Verkehrsproblemen im Gebiet der Kerschensteiner Straße beschäftigt (
wir berichteten) und sich für mehr Parkplätze und eine direkte Anbindung an die Bundesstraße ausgesprochen.
In einer Stellungnahme erklärte jetzt die UPW, daß Oberbürgermeistr Thomas Thumann wenige Tage vor der CSU-Sitzung genau diese Planvorlage bei der Bürgermeister- und Fraktionsvorsitzenden-Besprechung vorgestellt habe - im Beisein von CSU-Fraktionsvorsitzendem Dr. Heinz Sperber.
"Der CSU ist derzeit offensichtlich jedes Mittel recht, um sich positiv beim Bürger ins Gespräch zu bringen. Da nimmt man es halt mal nicht so genau, wer was vorgeschlagen und ausgearbeitet hat", heißt es in der UPW-Stellungnahme.
Außerdem habe "OB Thumann und nicht die CSU" bereits vorher Gespräche über mehrere Planungsvarianten mit dem Staatlichen Bauamt Regensburg und der Regierung geführt, was ihn letztlich zu der Entscheidung der jetzigen Planungsvariante geführt habe
Der Vorteil dieser neuen Anbindung sei zweifellos eine Entlastung der Regensburger Straße und die direkte Verbindung von der B 8 zur Berufschule und dem Gewerbegebiet.
Überlegungen der CSU, unmittelbar neben der ohnehin vorhandenen Bahnunterführung auch eine Straßenunterführung zu bauen, hält die UPW bei einer Kosten-Nutzung-Rechnung für "völlig überzogen und deshalb nicht gerechtfertigt".
OB Thumann führe übrigens auch seit Monaten Gespräche mit
Bionorica-Chef Professor Popp wegen einer sinnvollen Lösung des Parkplatzproblems bei
Bionorica. Auch hier seien zusammen mit der Tiefbauverwaltung des Rathauses wesentliche Verbesserungsmaßnahmen durch zusätzliche Parkmöglichkeiten erarbeitet worden.
31.07.08