Freie Wähler

Vorsitzende gewählt


Sie führen die Kreistagsfraktion (v.l.) Christian Graf, Thomas Thumann und Sebastian Schauer
Foto: René Meyer
NEUMARKT. Die Freien Wähler bestimmten bei zwei Sitzungen die Führungsspitzen ihrer Kreistags- und ihrer Neumarkter Stadtratsfraktion.

Im Kreistag wurde Thomas Thumann als Fraktionsvorsitzender bestätigt. Ihm stehen Christian Graf und Sebastian Schauer zu Seite.

Die Fraktion der Freien Wähler umfasst insgesamt 13 Kreisräte. Man wolle die Interessen der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis weiterhin engagiert vertreten, hieß es.

In der Neumarkter Stadtratsfraktion erfolgte zwangsläufig ein Wechsel an der Spitze, da der bisherige Fraktionssprecher den Chefsessel im Neumarker Landratsamt erobert hat. Einstimmig wurde Sebastian Schauer zum Fraktionsvorsitzenden und Nachfolger von Martin Meier gewählt.


Sebastian Schauer würdigte die Arbeit seines Vorgängers und betonte zugleich die Kontinuität in der Zusammenarbeit. Zu stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wurden ebenfalls einstimmig Rita Großhauser und Jakob Bierschneider gewählt.

Inhaltlich will die Fraktion auch künftig klare Schwerpunkte setzen. Dazu zählen insbesondere die nachhaltige Stärkung der regionalen Wirtschaft, der weitere Ausbau hochwertiger Bildungs- und Betreuungsangebote für alle Altersgruppen sowie die Förderung des sozialen Zusammenhalts in der Stadtgesellschaft.


Die Stadtratsfraktion wählte ihre neue Fraktionsspitze (v.l.); Sebastian Schauer, Rita Großhauser und Jakob Bierschneider
Foto: Regina Weidinger

10.05.26

UPW zog den Kürzeren


Diese Stadt-Spitze hatten viele nicht erwartet (v.l.): Bürgermeister Marco Gmelch und zweiter Bürgermeister Günther Stagat bei der Vereidigung durch Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn

NEUMARKT. Neben dem OB und dem ersten Stellvertreter - beide CSU - steht an der Spitze der Stadt Neumarkt völlig überraschend ein Sozialdemokrat.

Das war zwar bisher auch schon so, doch wurde bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats mit einem Bürgermeister von der UPW gerechnet. Nicht bestätigt, aber offensichtlich: eine Absprache ist schief gegangen.

Die UPW hatte im Vorfeld als zweitstärkste Fraktion im Stadtrat einen Bürgermeister-Posten für sich gefordert (wir berichteten) und dafür Rita Großhauser als Kandidatin genannt. Die CSU ließ keinen Zweifel, dass der erste Stellvertreter-Posten weiter bei der CSU - und wie bisher bei Marco Gmelch - bleibt.

Doch nichtöffentliche Abstimmungen im Neumarkter Stadtrat sind so eine Sache - in der Wahlkabine kann insgeheim so manche alte Rechnung beglichen werden. Mit Grausen - einige unbekannte Stadträte wohl auch mit höchstem Vergnügen - blickte man auf die Bürgermeister-Wahlen von 2014 zurück, als der offizielle CSU-Kandidat 24 ungültige Stimmen einfuhr, die beim nächsten Durchgang - mit einem von der UPW (!) vorgeschlagenen ehemaligen CSU-Landrat Albert Löhner - wie durch ein Wunder alle wieder gültig waren...

Ganz so grotesk ging es jetzt am Mittwochabend bei der konstituierenden Sitzung des Neumarkter Stadtrates nicht zu, aber eine offensichtliche Absprache zwischen CSU und UPW ging wohl in die Hose. Bei der Wahl des ersten Stellvertreters erhielt Marco Gmelch (CSU) alle 37 gültigen von insgesamt 41 Stimmen - wurde also zweifellos auch von der UPW unterstützt.

Bei der unmittelbar darauf folgenden Wahl des zweiten Stellvertreters schickte die UPW wie angekündigt Rita Großhauser ins Rennen - und war wohl zuversichtlich, sich mit der Unterstützung der CSU leicht gegen die Gegenkandidaten Thomas Leykam von den Grünen und Günther Stagat von der SPD durchsetzen zu können.


Doch das ging gehörig schief: schon bei der Auszählung fielen Beobachtern vielsagende Blicke und hochgezogene Augenbrauen im Umfeld der gerade geöffneten Wahlurne auf: Das Ergebnis schlug dann - zumindest bei einem Teil der Stadträte - ein wie eine Bombe: Von den 37gültigen abgegebenen Stimmen entfiel genau die knappe absolute Mehrheit - nämlich 19 - auf Günther Stagat von der SPD (die aus eigener Kraft nur vier Stimmen stellen kann). Thomas Leykam (Grüne) erhielt acht Stimmen, die eigentlich favorisierte Rita Großhauser von der UPW nur zehn Stimmen.

Bis dahin war die konstituierende Sitzung des Stadtrates äußerst harmonisch verlaufen.


Die neuen Stadträte wurden vereidigt

Nach einer Ansprache von Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn (im Wortlaut hier) wurden diese neuen Stadträte im Gremium begrüßt und vereidigt:

Ursula Plankermann wurde als dienstälteste Stadträtin verabschiedet

Verabschiedet wurde bei der konstituierenden Sitzung auch ein wahres „Urgestein“ der Neumarkter Kommunalpolitik, das so manchen OB kommen und gehen sah: Ursula Plankermann war von 1984 bis 2026 ununterbrochen 42 Jahre lang im Neumarkter Stadtrat. Die SPD-Stadträtin erlebte dabei die Oberbürgermeister Kurt Romstöck, Alois Karl, Thomas Thumann und Markus Ochsenkühn.


Bei der Sitzung wurden ausscheidende Stadträte verabschiedet

Außer ihr wurden versbschiedet (in alphabetischer Reihenfolge): Rudolf Bayerl, Eva Borke-Thoma, Franz Düring, Johann-Georg Gloßner, Gertrud Heßlinger, Sonja Reininger, Elfriede Meier, Martin Meier, Dr. Werner Mümmler, Dieter Ries, Philipp Schmidt, Gisela Stagat und Pedra Wittmann
06.05.26

UPW will Bürgermeister-Posten


Die UPW-Fraktion hob Rita Großhauser (vorn, Mitte) auf den Schild
Foto: UPW
NEUMARKT. Rita Großhauser soll Vertreterin des Oberbürgermeisters in Neumarkt werden - wenn es nach der UPW geht. Doch da müsste die CSU mitspielen.

Die UPW schickt die langjährige Stadträtin ins Rennen um die Bürgermeister-Posten in Neumarkt, wurde bei der letzten Fraktionssitzung beschlossen. Traditionell werde die zweitgrößte Fraktion bei der Besetzung der Bürgermeisterämter berücksichtigt, sagte Vorsitzender Sebastian Schauer tapfer. Dabei weiß er aus eigener Erfahrung, was solche Traditionen im Neumarkter Rathaus wert sind.

Er selbst kandidierte mit der gleichen Begründung 2023 um das Bürgermeisteramt, nachdem die UPW den OB-Posten verloren hatte und durch das Aufrücken von Markus Ochsenkühn vom Bürgermeister zum Oberbürgermeister ein Stellvertreter-Job frei wurde.

Die CSU fackelte damals nicht lange und setzte aus den eigenen Reihen Marco Gmelch in einer Kampfabstimmung durch (wir berichteten). Der zweite Bürgermeister-Posten stand 2023 nicht zur Disposition. Damit war die zweitgrößte Fraktion in der Stadtspitze überhaupt nicht mehr vertreten.

Doch auch bei der Wahl von Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger im Jahr 2020 zog die UPW eine Niete. Damals ging eine offensichtliche Absprache zwischen CSU und UPW schief. Nachdem Ochsenkühn als erster OB-Stellvertreter auch mit den Stimmen der UPW gewählt worden war, fehlten dem damaligen UPW-Kandidaten (und künftigen Landrat) Martin Meier bei der Wahl zum zweiten Stellvertreter überraschend etliche Stimmen. Im ersten Wahlgang führte noch SPD-Kandidatin Gertrud Heßlinger, im zweiten Durchgang entstand ein 19:19-Patt. Eine geworfene Münze machte damals Heßlinger zur „Bürgermeisterin aus Zufall“. (wir berichteten).


Im Zuge der internen Beratungen verständigte sich jetzt die UPW-Fraktion einstimmig darauf, Rita Großhauser für das Amt des Bürgermeisters vorzuschlagen. Nach Auffassung der UPW bringe sie die notwendigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen in besonderer Weise mit.

Zugleich betont die Fraktion die Bedeutung, dass auch künftig ein Bürgermeisteramt – wie bisher – mit einer Frau besetzt werden sollte. Die langjährige Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger habe dieses Amt mit großem Engagement ausgefüllt und sich insbesondere für soziale Themen in der Stadt Neumarkt eingesetzt. An diese erfolgreiche Arbeit wolle man anknüpfen.

Ihr sei es ein großes Anliegen, als Bürgermeisterin für alle Bürger da zu sein – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund, sagte die Kandidatin. Gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Unterschiede müssen man den Zusammenhalt stärken und „allen Menschen in unserer Stadt eine Stimme geben“.
17.04.26


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ISSN 1614-2853
23. Jahrgang