"Gutachten rausrücken"

NEUMARKT. „Das Festhalten an falschen Ideen kostet uns Millionen.“ Diese Meinung vertreten die Stadträte der Grünen und der Freien Liste Zukunft mit Blick auf die Brache am Unteren Tor. Schön längst könnten hier unterschiedlichste Gebäude und Anlagen stehen, wenn OB Karl und die örtliche CSU nicht an der Idee eines Einkaufszentrums „krampfhaft festhalten würden“, hieß es.

Johann Georg Glossner verwies darauf, dass die Räte der Grünen und von FLitZ nach dem Bürgerentscheid gegen ein Einkaufszentrum sehr früh ein schlüssiges Konzept vorgelegt hätten. „Eine gesunde Mischung sollte auf dem Gelände an der Dammstrasse nach unserer Meinung angestrebt werden“. Die CSU hätte dazu Nein gesagt und sich außerdem mit "Vehemenz dagegen gewehrt, hier die Stadthalle, zentral gelegen, zu errichten, wenn überhaupt Bedarf dafür gegeben sein sollte".

Angeblich existiere zur Frage Einkaufszentrum am Unteren Tor ein neues Gutachten, das zwar die Stadtoberen in Händen halten “aber wieder einmal nicht rausrücken“. Am Mittwoch in der Stadtratssitzung soll dann der „Schleier um den geheimnisvollen Inhalt gelüftet werden“. „Viel zu spät“, urteilt Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky. „Wir können uns dann wieder einmal weder beraten, noch, was sicher wünschenswert wäre, die Öffentlichkeit dabei mit einbeziehen.“

Es gibt nach Meinung von Madeisky keinen einzigen vernünftigen Grund für diese erneute Geheimnistuerei im Vorfeld. Die Bürger bezahlen letztlich dieses Gutachten und haben also auch das Recht zu erfahren, wer es denn in Auftrag gegeben hat und welche Ansichten von den beauftragten Gutachtern vertreten werden. An den Kosten sollte es nicht scheitern, erklärt der FLitZ Stadtrat. So böte sich die Möglichkeit, zwecks Information moderne, kostengünstige Kommunikationsmittel zu nutzen und die Presse als Multitiplikator vorab zu informieren. Falls das alles nicht gehen sollte, sei man bereit, das Gutachten auf eigene Kosten zu kopieren. „Wir wollen nämlich vermeiden das Stadtbedienstete dies im Auftrag des OB erledigen. Sonst riskieren wir wieder eine überhöhte Rechnung“, meinte der FLiTZ-Stadtrat mit Blick auf die jüngsten Feststellungen des Gerichts im Fall der von der Stadt erstellten, teuren Kopie eines anderen Gutachtens für Stadtrat Johann Georg Glossner.

Die Fraktion aus Grünen und FLitZ „ hält es jedenfalls für das Einfallsloseste, dort am Unteren Tor wieder ein Einkaufszentrum zu bauen“. Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky stellte einen Zusammenhang zwischen den zunehmenden Leerständen im Stadtbereich, insbesondere in der Altstadt und dem seit Jahren anhaltenden Schwebezustand am Unteren Tor her. Als Beispiel nannte er den bereits lange währenden Versuch, das ehemaligen NKD-Gebäudes am Unteren Markt neu zu beleben. Das bereite der Sparkasse als Eigentümer nicht zuletzt deshalb so große Schwierigkeiten, weil am Unteren Tor „ das Einkaufszentrum, diese fixe Idee, permanent drohe“.

„Wir haben in Neumarkt keinesfalls einen Mangel an Einkaufszentren, im Gegenteil. „Die Zahl steigt ohnedies ständig“, so Stadtrat Hans Walter Kopp, mit Blick auf bei der Stadt eingereichte Planungen in der Nürnberger Straße, Amberger Straße und an der Langen Gasse. „Was aber nicht steigt ist die Kaufkraft der Bürger und das sei bei allen Zukunfts-Planungen zu berücksichtigen“.
07.08.05
Neumarkt: "Gutachten rausrücken"
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