Christlich Soziale Union

Woffenbach als „fünftes Rad“


Kritik an den Planungen zur B299 kommt auch von der CSU: unser Archiv-Foto zeigte eine Demo der Bürgerinitiativen vor drei Wochen auf der Tyrolsberger Brücke
Foto: Archiv/Greiner
NEUMARKT. Kritik an den B299-Ausbau-Plänen kommt auch von der CSU: der Woffenbacher Ortsvorsitzende Gerald Bast sieht „schwere Fehler“.

Bast kritisiert vor allem einen angeblich geplanten Wegfall der Ausfahrt Woffenbach/Stauf in beiden Fahrtrichtungen und macht auch sonst seiner Verägerung über die Behandlung des Stadtteils Luft: Woffenbach sei ja schon seit Jahren für das Neumarkter Rathaus „das fünfte Rad am Wagen“, schreibt er in einer Stellungnahme.

So sei der Ortsteil nicht an das S-Bahn-Netz angebunden und habe auch keine gute Busanbindung für Pendler. Man dürfe sich nicht wundern, dass der Oberbürgermeister oder der Stadtrat „die Staufer Probleme auch beim Auto auf Kosten der Woffenbacher löst“. Dies würde ins Bild passen, so Bast.

Der Woffenbacher CSU-Chef sei durch Äußerungen aus dem Rathaus und bei einer Veranstaltung der Grünen „aufgeschreckt“ worden, in der von einem Wegfall der Ausfahrt Woffenbach/Stauf die Rede ist.

Nachdem schon die Ausfahrt Nord an der Rittershofer Straße teilweise gekappt wird wäre der große Ortsteil Woffenbach nur noch über die Mitte an der Tyrolsberger Straße angebunden. Die Folge: Von Süden ins Baugebiet Gartenäcker muss man den Ring an der Tyrolsberger Straße verlassen, schreibt Bast. Es sei eher zu erwarten, dass die Verkehrsteilnehmer nicht den Weg über die neue Spange nehmen werden, sondern in den Ort fahren, um dann über die Alfred-Bischoff-Straße in die Wohnquartiere zu kommen.


Bei einem Entfall der Ausfahrt bei Stauf müssten zudem auch viele Bewohner des südlichen Teils von Woffenbach über die Obi-Kreuzung oder die Tyrolsberger Straße, Lindenstraße und Wiesenstraße fahren. Wenn gefordert werde, dass man in der Rittershofer Straße nur noch eine Fußgängerunterführung baut und keine KFZ- Querung, werde das noch mehr Verkehr auch in die andere Richtung bedeuten.

Aber auch in Fahrtrichtung Autobahn und B8 kämen „sowohl bei der bisherigen Planung aber erst Recht nach den Forderungen der Bürgerinitiativen“ Umwege auf die Bürger im Westen zu. Denn dann müsste man künftig über die Woffenbacher Straße und durch die Stadt fahren. Staufer Bewohner, die Richtung Autobahn und B8 wollen, wären künftig auch zum Weg durch Woffenbach oder Neumarkt verdonnert.

Und da wäre auch noch die Kreisstraße von Tyrolsberg: anstatt durch Direktrampen dafür zu sorgen, auch diesen Verkehr aus Woffenbach raus zu bringen, wird man dank der „umständlichen Anbindung“ über die Spange beim sogenannten Gruber-Holz auch mehr Durchgangsverkehr durch Woffenbach bekommen. Erschwerend komme hinzu, dass Fußgänger und Radfahrer Richtung Berngau und Tyrolsberg auf der Fahrbahn der Kreisstraße über den Ring müssen, weil es dort keinen Fuß- und Radweg gäbe, „und das bei relativ schnellen Geschwindigkeiten dort“. Man könnte dies zumindest mit einem vorgelagerten Kreisverkehr an dieser Spange lösen.

Allerdings dürfe man auch die Verantwortung der Bürgerinitiativen, der SPD und den Grünen „nicht wegdiskutieren“, die nach seiner Ansicht die „falschen Prioritäten setzen“ würden, schreibt Bast. Anstatt auf der „Anzahl der Fahrstreifen herumzureiten“, die immerhin einen Lärmschutz bedeuten würden, sollten sie lieber die Auswirkungen ihrer Forderungen auf den innerörtlichen Verkehr bedenken - „auch und vor allem im Bereich der Grundschule“.
16.04.21

„Konkurrenz“ aus Neumarkt


Florian Basel (r.) bewarb sich bei Ringlstetter um die Kanzlerkandidatur - vorerst erfolglos
Foto: Gerald von Foris/BR
NEUMARKT. Markus Söder und Armin Laschet haben bei ihrem Ringen um die Kanzler-Kandidatur unerwartete „Konkurrenz“ aus Neumarkt bekommen.

Allerdings warf das Vorstandsmitglied des CSU-Stadtverbandes Florian Basel seinen Hut eher augenzwinkernd in den Ring. Und seine Chancen für das Kanzleramt sind vorerst überschaubar.

Basel bewarb sich auf eine Zeitungsanzeige vom 1.April (!) des Kabarettisten Hannes Ringlstetter und wurde prompt vom Bayerischen Fernsehen zusammen mit einigen anderne Kandidaten eingeladen, sich vor der Kamera als alternativer CDU/CSU-Kanzlerkandidat zu bewerben.


Der 44jährige Neumarkter war vor der Aufzeichnung der Sendung recht nervös gewesen, doch „das gesamte Ringlstetter-Team hat meine beiden Mit-Bewerberinnen und mich beruhigt und immer wieder betont, dass wir Spaß haben sollten“.

Und auch wenn er in der Sendung vom 8. April seiner 23jährigen Konkurrentin Patricia Feigl den Vortritt lassen musste: Basel nimmt es mit Humor. „Die CSU will ja seit einiger Zeit jünger und weiblicher werden – zumindest beim zweiten Punkt habe ich das Anforderungsprofil nicht ganz erfüllt“, sagte der Neumarkter.
13.04.21

Namensänderung angeregt


Der Pöllinger Bürgertreff - wie soll er einmal heißen ?
Foto: Florian Basel
NEUMARKT. Das „Haus des Engagements“ - ein im Neumarkter Rathaus ersonnener Name für den künftigen Pöllinger Bürgertreff - wackelt gewaltig.

Die außerhalb von Stadtratssitzungen praktisch nicht benutzte Bezeichnung soll einem Namen weichen, mit dem sich die Einwohner und Vereine vor Ort identifizieren können, heißt es von der CSU, die nun eine öffentliche Namensfindung vorschlägt.

Das millionenschwere Projekt eines Bürgerhauses im Neumarkter Stadtteil Pölling stand schon im Mittelpunkt der Oberbürgermeister-Wahlen im Jahr 2017. Und schon damals war allen klar, daß eine Verwirklichung der Pläne Begehrlichkeiten in anderen großen Stadtteilen wecken wird. Um das Grummeln etwa abzudämpfen wurde man nach der Genehmigung im Neumarkter Rathaus nicht müde darauf hinzuweisen, daß die vermeintliche Pöllinger Extrawurst natürlich allen Neumarkter Bürgern zur Verfügung stehe.

Ein erster Vorschlag

NEUMARKT. In der Redaktion von neumarktonline, wo der Begriff „Haus des Engagements“ übrigens auch soweit wie möglich gemieden wird, ist man vom Vorschlag der CSU begeistert.

Allerdings ist eine Umfrage unnötig, da wir einen vielleicht etwas sperrigen, aber möglicherweise ultimativen Namensvorschlag haben, in dem sogar „Pölling“ vorkommt:

„Haus der Woffenbacher, die gern nach Pölling gehen“

Gern geschehen.
wm
Und weil - Nomen est omen - der Name besonders wichtig ist dachte man sich im Rathaus für das Pöllinger Bürgerhaus eine neue Projekt-Bezeichnung aus (wir berichteten), die möglichst vergessen lassen sollte, daß das Haus eben doch in Pölling gebaut wird. Mit dem etwas an den Haaren herbeigezogenen Hinweis auf den gerade verliehenen Titel „engagierte Stadt“ kam dabei „Haus des Engagements“ heraus - ein Name, der eher zum Augenverdrehen animierte und seitdem hartnäckig von nahezu allen Neumarktern außerhalb des Rathauses und des Stadtrats stillschweigend boykottiert wurde.

Bei der CSU-Fraktion im Neumarkter Stadtrat drückt man sich freilich weitaus diplomatischer aus: damit das Projekt auch die Pöllinger auf einer „ersten Zielebene“ ansprechen könne brauche es die Identifikation der Einwohner und Vereine vor Ort – und die sehe man bei der CSU „derzeit mehr als gefährdet“.


Gerade die Einwohner und Vereine Pöllings müßten sich mit dem neuen Bürgertreff im Herzen ihres Stadtteils identifizieren können – „zum Beispiel durch eine Beteiligung an der Namensfindung“, sagte Fraktionsvorsitzender Marco Gmelch. Er beeilte sich dabei klarzustellen, daß die CSU selbstredend der Errichtung eines Bürgertreffs in Pölling „insgesamt sehr positiv“ gegenüberstehe. Und natürlich sollten die Räume von Bürgern „aus Pölling, aus dem gesamten Stadtgebiet Neumarkts sowie aus der umliegenden Region“ genutzt werden.

Aber der gewählte Projekt-Name „Haus des Engagements“ werde „besonders von den Pöllingern“ als „sehr abstrakter und wenig griffiger Fremdkörper ohne konkreten Bezug zum Standort empfunden“, sagte der Pöllinger Stadtrat Richard Graf, der 2017 als CSU-Kandidat gegen den amtierenden OB antrat.

Grund dafür sei die „fehlende Einbindung der Bewohner und Vereine des Stadtteils in den Prozess der Namensfindung“, hieß es von der CSU. Deshalb sollten über einen öffentlichen Aufruf Vorschläge für den künftigen Namen des Bürgertreffs gesammelt werden. Dabei schafft die CSU dann auch noch den Spagat, daß neben den Pöllingern selbstverständlich alle Neumarkter mitmachen dürfen.

Unterstützt wird eine Bürgerbeteiligung zur Namensfindung auch von Bürgermeister Markus Ochsenkühn. Schließlich habe gerade das Beispiel „Ganzjahresbad“ und der damit verbundene öffentliche Prozess der Namensfindung für ein künftiges „Schloßbad“ gezeigt, wie wirksam eine breite Bürger-Beteiligung an der Namenssuche sein könne. Die Bürger würden so die Möglichkeit erhalten, „sich von Beginn an mit dem Bauvorhaben auseinanderzusetzen, mitzudiskutieren und sich in der Folge nachhaltig mit dem Projekt zu identifizieren“.

Fraktionsvorsitzender Gmelch hat sogar noch einen Kronzeugen, der für eine Umbenennung taugen soll: Oberbürgermeister Thomas Thumann habe in einem Videoclip der Stadt die Zuschauer zwar im „Haus des Engagements“ begrüßt, sich aber dann mit den Worten „Bis bald im Pöllinger Bürgertreff“ verabschiedet. „Anscheinend ist sich die Stadt beim Namen also selbst noch unsicher“, sagte Gmelch.
01.04.21


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20. Jahrgang
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