„Hausgemachte Probleme“

NEUMARKT. Die Verzögerungen beim Bau des neuen Ganzjahresbades in Neumarkt hätten nach Meinung der CSU verhindert werden können.

Wer sich „im Wahlkampf mit einem steuerfinanzierten Bad brüstet“, müsse zumindest dafür sorgen, dass es „auch fertig wird“, heißt es mit einem Seitenhieb auf den Oberbürgermeister in einer Stellungnahme der Stadtratsfraktion.

Nachdem neumarktonline über eine notwendige Neu-Ausschreibung beim geplanten Schloßbad und die dadurch verursachte Verzögerung der Einweihung um ein Jahr berichtet hatte (Meldung hier), war sofort von „hausgemachten Problemen“ die Rede. Die Entwicklung hätte durch „frühzeitige und weitsichtige Planung unter Beteiligung des Stadtrates“ vermieden werden können, erklärte der Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion Markus Ochsenkühn.

Dass jetzt die Fassade neu ausgeschrieben werden muss, hätte durch ein besseres Zuarbeiten der Bauverwaltung und ein stärkeres Einbinden des Stadtrates seitens des Oberbürgermeisters vermieden werden können, heißt es in der CSU-Stellungnahme. Die Entscheidung in der Stadtratssitzung vom März letzten Jahres für eine von der Bauverwaltung geforderte „Schallschutzfassade“ wäre nicht nötig gewesen, wenn „vorab ein besserer Informationsaustausch stattgefunden hätte und man auf Hinweise offen eingegangen wäre“.


„CSU-Stadtrat Johann Pröbster hat in der damaligen Stadtratssitzung die Einrichtung einer Tempo 30-Zone in der anliegenden Mühlstraße vorgeschlagen. Durch die verminderte Lärmbelastung wäre die Ausschreibung einer schallisolierten Fassade erst gar nicht notwendig gewesen“, sagte Ochsenkühn.

Diesen Vorschlag habe der OB aber als „nicht machbar“ abgetan, obwohl „in der Verwaltung scheinbar das Thema Tempo 20 oder 30 schon lange vorher diskutiert worden war“. Darüber sei der Stadtrat jedoch nicht informiert worden.

Auch der Hinweis des UPW-Stadtrats Franz Düring, dass es eine Alternative brauche, wurde mit dem Hinweis der Bauzeitverzögerung ignoriert.

„Es ist an der Zeit, dass der Oberbürgermeister die Fraktionen über den aktuellen Stand der Bauarbeiten, deren Kostensteigerung, den Stand der Förderung und den neuen Zeitrahmen informiert“, sagte Fraktionsvorsitzender Ochsenkühn. Es wurde„ ja schon seit Monaten über eine erneute Verschiebung des Eröffnungstermins gemunkelt“, es sei daher „lediglich eine Geste der Transparenz, wenn der Oberbürgermeister den Stadtrat über den aktuellen Stand der größten Baumaßnahme, die Neumarkt je hatte, zeitnah informiert“.

Die CSU stehe zum Schloßbad und für eine vorausschauende Planung, sagte Stadtrat Marco Gmelch. Die gerade geführte Diskussion zum Verkehr im Bereich des Bades verdeutliche, wie wichtig die Forderung des Parkdecks an der Sandstrasse durch die CSU gewesen sei. So könne zumindest „etwas Entlastung“ im Parkbereich erreicht werden.
07.02.20
Neumarkt: „Hausgemachte Probleme“

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