Für pflegliche Bewirtschaftung


Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde mit Landwirt Philipp Gerngross auf der Wiese Am Weiherholz" westlich von Seligenporten
Foto: Katja Schumann
NEUMARKT. Das Neumarkter Landratsamt gibt Landwirten Zuschüsse für die naturverträgliche Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden und auch Äckern.

Jährlich spendiert dafür die Untere Naturschutzbehörde der Behörde etwa 1,16 Millionen Euro. Die Förderung erfolgt schon seit Mitte der 90er Jahre im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms (VNP).

Geld gibt es für die pflegliche Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden und Äckern in ökologisch wertvollen Gebieten. Landwirte verpflichten sich dafür fünf Jahre lang die Flächen nach den Vorgaben des Naturschutzes zu bewirtschaften. Dabei können Grundleistungen wie die späte Mahd einer Wiese mit Zusatzleistungen wie dem „vollständigen Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutz“ oder die „Verwendung eines Motormähers“ kombiniert und entsprechend honoriert werden.

Dieses Baukastensystem soll die Möglichkeit schaffen, spezifisch auf unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten abgestimmte Bewirtschaftungen zu regeln, wobei auch die individuellen Gegebenheiten des jeweiligen landwirtschaftlichen Betriebes berücksichtigt werden können, hieß es.


Für das Jahr 2020 wurden mit 363 landwirtschaftlichen Betrieben für insgesamt 1.333 Flächen solche Nutzungsvereinbarungen mit einer jeweiligen Laufzeit von fünf Jahren getroffen. Das ist die höchste Zahl an Vereinbarungen seit dem Bestehen dieses Programms, sagte Landrat Willibald Gailler bei der Präsentation der neuesten Zahlen: „Damit unterstützen wir den Erhalt einer gesunden Natur und unsere Landwirte in vorbildlicher Weise“.

Zusammen mit den laufenden Vereinbarungen aus den Vorjahren werden im Landkreis Neumarkt nun etwa 2000 Feldstücke mit einer Fläche von mehr als 2.300 Hektar nach naturschutzfachlichen Kriterien des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms bewirtschaftet. Die jährliche Auszahlungssumme, die damit unmittelbar den landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis Neumarkt zugutekommt, beträgt rund 1,16 Millionen Euro.

Im Landkreis Neumarkt kommt das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm schwerpunktmäßig in der Gebietskulisse der Natura 2000-Gebiete der Weißen und Wissinger Laber, der Schwarzen Laber sowie im Gebiet des Biodiversitätsprojektes „Juradistl“ zur Anwendung. Der Hauptteil der Vereinbarungen bezieht sich auf die extensive Grünlandnutzung mit einem verspäteten Mähzeitpunkt ab dem 15. Juni einschließlich des Verzichts auf jegliche Düngung sowie Pflanzenschutzmittel. Damit wird auch einer Forderung aus dem letztjährigen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ Rechnung getragen, wonach ab dem Jahr 2020 auf zehn Prozent der Grünlandflächen Bayerns die erste Mahd nicht vor dem 15. Juni erfolgen soll.

Darüber hinaus werden durch des Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm die für den Arten- und Biotopschutz bedeutsamen und ökologisch besonders wertvollen Mager- und Trockenrasen und Wacholderheiden geschützt und gepflegt, die standortprägend für einen Juralandkreis wie Neumarkt seien.

Diese Flächen sind auf Dauer nur durch eine extensive Weidenutzung zu erhalten, hieß es. Dafür werden über das Vertragsnaturschutzprogramm Gelder zur Verfügung gestellt, damit sich diese Nutzung für die heimischen Schäfereibetriebe überhaupt wirtschaftlich rechne.

Auf geeigneten Ackerstandorten beispielsweise dient die Maßnahme „extensive Ackernutzung“ des Vertragsnaturschutzprogramms dem Erhalt der mittlerweile seltenen und gefährdeten Ackerwildkrautflora, indem unter anderem auf eine Unkrautbekämpfung und Untersaat verzichtet wird.
26.06.20
Neumarkt: Für pflegliche Bewirtschaftung

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