„Moderne und sichere Methode“


Klinikvorstand René Klinger, Prof. Dr. Claus Schäfer, Endoskopiepfleger Thorsten Beck und Katrin Schweigler von der Herstellerfirma (v.l.)
Foto: Schwindl
NEUMARKT. Das Neumarkter Klinikum profitiert erneut von einer Weiterentwicklung der Medizintechnik.

Mit Hilfe des motorisch angetriebenen Endoskops „Power-Spiral“ der Firma Olympus können die Ärzte der Medizinischen Klinik II unter Leitung von Prof. Dr. Claus Schäfer den schwer zugänglichen Dünndarmbereich zukünftig besser und effizienter untersuchen und therapieren.

Bei der „Powerspiralentersokopie“ handelt es sich um ein neuartiges Enteroskop, wobei mit einer Motorspirale das Endoskop langsam in Vor- und Rückwärtsbewegungen sehr tief in den Dünndarm bewegt werden kann. Häufig gelingt mit dieser Technik sogar die gesamte Durchsicht von bis zu 6 Metern Dünndarm.

Das Neumarkter Klinikum ist eines der ersten bayerischen Krankenhäuser, das diese moderne und sichere Methode anbieten kann.


Der Dünndarm war bislang nur mit Hilfe der Single- oder Doppelballon-Enteroskopie für diagnostische oder therapeutische Eingriffe zugänglich. Dabei werden ein oder zwei kleine Ballons nacheinander aufgeblasen und wieder entleert, so dass sich der Untersuchungsschlauch langsam in den Darm hineinschiebt und das untersuchte Darmsegment auf dem Endoskop aufgefädelt wird.

Doch die Methode ist sehr aufwendig und zeitintensiv, weshalb Ärzte den Dünndarm oft nicht mit einem Mal untersuchen können oder tieferliegende Abschnitte gar nicht eingesehen werden können. Als rein diagnostisches Untersuchungsverfahren steht auch die Kapselendoskopie zur Verfügung. Die kann aber nicht gesteuert werden, so dass auch möglicherweise auffällige Areale schnell vorbeiziehen und einer genaueren Inspektion versagt bleiben. Auch können keine Proben entnommen werden.

Bei der motorgetriebenen Spiralenteroskopie können jedoch durch den Arbeitskanal Biopsien entnommen werden oder es können auch Polypen sicher entfernt und geborgen werden. Bei Blutungen aus Gefäßen oder Geschwüren, können diese verödet oder mit Metallclips verschlossen werden. Häufig erfolgt vor der Spiralenteroskopie eine andere bildgebende Dünndarmdiagnostik, zum Beispiel Kapsel, CT oder MRT. Je nachdem, an welcher Stelle das Problem liegt und welcher Zugangsweg kürzer ist, erfolgt die Spiegelung über den Mund oder über den End- und Dickdarm von unten.

Das Spiralenteroskop arbeitet motorgesteuert: Behutsam fädelt eine flexible Spirale den Dünndarm Stück für Stück auf das Arbeitsinstrument auf. Das Enteroskop lässt sich per Fußschalter aktivieren und sehr gut im Darm nach vorn und zurück manövrieren. Bei zu viel Widerstand stoppt der Motor automatisch.

  Patienten mit bekannter oder vermuteter Erkrankung des Dünndarms stellen von jeher eine besondere diagnostische, aber auch therapeutische Herausforderung für die Internisten dar, hieß es. Meist stellte ein operativer Eingriff die letzte Möglichkeit eines diagnostischen und therapeutischen Zugangs zu den unerreichten Dünndarmbereichen dar.

Zwei Patienten konnten von Prof. Schäfer und seinen Mitarbeitern am ersten Tag gleich erfolgreich untersucht werden.
09.10.20
Neumarkt: „Moderne und sichere Methode“
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