Vorbild für Regensburg ?


Vertreter eines Aktionsbündnisses und Regensburger Stadträte informierten sich bei einem Besuch in Neumarkt
Foto: Wagner
NEUMARKT. Regensburger Stadträte wollen die Erfahrungen in Neumarkt zu dem „Bürgerhaus“ in Pölling für ein eigenes Projekt nutzen.

Bei einem Besuch auf der Baustelle in Pölling zeigten sie sich nach Angaben aus dem Neumarkter Rathaus „begeistert“. In Regensburg ist ein „soziales, kulturelles, ökologisches und inklusives Zentrum“ geplant.

Das vor allem im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2017 heftig umstrittene Neumarkter Projekt (wir berichteten vielfach) soll als Vorbild für ein „Haus für Engagement“ in Regensburg dienen, hieß es von Vertretern eines gleichnamigen Regensburger Aktionsbündnisses, die zusammen mit vier Regensburger Stadträten nach Neumarkt gekommen waren, um sich von Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger und und Hochbauamtsleiter Roland Feierle über die Erfahrungen der Neumarkter informieren zu lassen.

Passenderweise hatte man im Neumarkter Rathaus erst im August verkündet, daß man den geplanten Pöllinger Bürgertreff künftig als „Haus des Engagement“ bezeichnen will - schließlich sei Neumarkt ja erst kürzlich als „engagierte Stadt“ ausgezeichnet worden.


Das Regensburger Aktionsbündnis will zuhause ein „soziales, kulturelles, ökologisches und inklusives Zentrum“ etablieren. Dazu haben sich die Sozialen Initiativen als Dachverband von mehr als 30 sozialen Gruppierungen und 15 weiteren Vereinen und Initiativen zusammengeschlossen.

Das Neumarkter Projekt fanden die Besucher bemerkenswert, hieß es aus dem Neumarkter Rathaus. Es sei auch vorbildlich, was die Stadt Neumarkt in Sachen Ehrenamt und Engagement schon seit vielen Jahren biete. Neben dem seit über 15 Jahren bestehenden Bürgerhaus Neumarkt, das als Mehrgenerationenhaus Räume für das Ehrenamt anbietet, gab es in Neumarkt auch bisher schon seit über 20 Jahren ein Selbsthilfehaus im alten Schulhaus des Stadtteils Pölling. „Uns war es schon immer wichtig, dass die Organisationen und Gruppierungen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, so Bürgermeisterin Hesslinger.

Das Projekt im Stadtteil Pölling besteht aus der Generalsanierung beim Haus der Selbsthilfegruppen („Altes Schulhaus“), einem neuen Erweiterungsbau mit einem multifunktionalen Veranstaltungsraum für bis zu 190 Personen und aus der Neugestaltung des Dorfplatzes. Der Altbau wird dabei entkernt und mit einem Anbau mit Treppenhaus und Aufzug zur barrierefreien Erschließung ergänzt. Bei der Generalsanierung entstehen mehrere Gruppenräume, Büros und Ladenflächen. Das bisher genutzte Dachgeschoss wird mit Sichtdachstuhl zu einem weiteren großen Gruppenraum ausgebaut. Im Erweiterungsbau mit Saal und Foyer entstehen zusätzlich Sozialräume wie WCs, eine Küche und ein weiterer Gruppenraum mit Zugang zum rückwärtigen Garten.

Die Stadt nimmt dafür immerhin 7,4 Millionen Euro in die Hand. Das Bürgerzentrum soll für Vereine und Gruppen „aus dem ganzen Stadtgebiet und anderen Stadtteilen“ zur Verfügung stehe. Die Stadt erwartet eine Förderung der Regierung aus dem Programm „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier“. Derzeit geht man von 85 Prozent der förderfähigen Kosten aus - das wären aktuell etwa 4 Millionen Euro Zuschuß. Die Restkosten in Millionenhöhe trägt die Stadt. Diesen nach Ansicht der Regensburger Besucher erstaunlichen Einsatz der Stadt nannte Bürgermeisterin Heßlinger „politischer Wille“.

Auch Nachhaltigkeit soll bei der Baumaßnahme großgeschrieben werden, sagten Heßlinger und Feierle. Ökologische Bauweise und ein nachhaltiges Energiekonzept seien selbstredend.

Die Förderung des sozialen Engagements sei ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt, hieß es.
12.10.20
Neumarkt: Vorbild für Regensburg ?
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