Bald legal im Wald?


Die Mountainbiker wollen schon im Herbst ganz legal durch den Wald rauschen

NEUMARKT. Ein großer Mountainbike-Park an den Berghängen rund um Neumarkt soll schon bald ein Eldorado für Mountainbiker werden.

Das hoffen wenigstens die Planer der neuen Freizeitattraktion vom Neumarkter Alpenverein. Die Stadt Neumarkt will für den Ausbau der Strecken 100.000 Euro Zuschuß zur Verfügung stellen.

Der Stadtrat stimmte in der Sitzung am Mittwochabend den Plänen zu - allerdings gab es durchaus auch kritische Diskussionsbeiträge. So dürften Naturschutzgebiete oder Biotope von den Wald-Radlern nicht gefährdet werden, hieß es. Auch sollten nächtliche Bike-Touren nicht nur mit den zugesagten Hinweis-Schildern untersagt werden. Einige Stadträte mahnten ein Überwachungskonzept an.

Fertiggestellt und fahrbereit sollen die Strecken bis Herbst dieses Jahres sein. Radsportbegeisterte aus der gesamten Region sollen mit dem Projekt angelockt werden - gleichzeitig will man den Schutz der Natur sicherstellen. Von den entstehenden Kosten in Höhe von 130.000 Euro will die Stadt 100.000 Euro übernehmen und für den Rest dem Alpenverein als Ausfallsbürge zur Verfügung stehen. Die laufenden Unterhaltskosten in Höhe von geschätzten 6000 Euro will der Alpenverein übernehmen.


Noch vor wenigen Monaten war es bloß eine „verrückte Idee“, auf die der Neumarkter Sportreferent Günther Stagat im Gespräch mit einem Mountainbiker gebracht worden war. Ihm sei aber sofort klargewesen, dass ein solches Projekt nur in Zusammenarbeit mit dem Neumarkter Alpenverein umgesetzt werden könne, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD.

Beim Alpenvereins-Vorsitzenden Bernhard Hollweck rannte er damit offene Türen ein, denn schon lange bestand auch auf Seiten des Vereins, dessen Mitglieder oft auch leidenschaftliche Mountainbiker sind, ein großes Interesse an festen, gesicherten Strecken, um ihrem Hobby nachgehen zu können. Schon bald wurde ein Projektteam gegründet, mit dem Ziel, ein ganzheitliches Konzept für den Mountainbikesport in Neumarkt umzusetzen.

In der Folge galt es, in mühsamer und zeitintensiver Kleinarbeit die zuständigen Behörden und Waldbesitzer von dem Projekt zu überzeugen. Auch mit der Jagdgenossenschaft und Jagdpächtern sollen noch Gespräche geführt werden.

Viele offene Fragen zu den Streckenführungen, der notwendigen Beschilderung, sowie Rettungspunkten an den Strecken für den schnellen Zugang der Rettungsdienste mussten geklärt werden. Es ergaben sich nur wenige behördliche Auflagen, die außerdem leicht erfüllt werden können, hieß es. Zwei der größten Herausforderungen waren die offene Haftungsfrage sowie die Verantwortung für die Wegesicherung, die bisher bei den Waldeigentümern liegt. Durch eine Nutzungsvereinbarung zwischen Eigentümern und Alpenverein sollen diese Verantwortlichkeiten zukünftig auf den Verein übergehen.

Schon jetzt brausen Mountainbiker so manchen Hügel oder Berg hinunter, oftmals zum Schrecken von Wanderern und Wildtieren und zum Ärger der betroffenen Waldbesitzer, hieß es von der SPD.

Diesem „Wildwuchs illegaler Trails“ soll mit dem offiziellen Park nun ein Riegel vorgeschoben werden: "Wenn die Mountainbike-Trails kanalisiert werden, keine wilden Radler mehr durch die Natur sausen und Wanderer sowie Wildtiere erschrecken, können Radsportler und Wanderer fairer miteinander umgehen," sagte Bernhard Hollweck. Das Projekt leiste damit auch einen„ aktiven Beitrag zum Naturschutz in Neumarkt“.

Es sollen keine neuen Trails geschaffen, sondern ausschließlich bereits bestehende „wilde“ Trails befestigt werden. Dabei wird es lediglich an einer der sieben Strecken größere Baumaßnahmen geben. Die restlichen Strecken sollen als Natur-Trails ohne größere Eingriffe, wohl aber durch Beschilderung und – wo nötig – Befestigung mittels Baumstämmen und Bruchsteinen verbessert und gesichert werden. Bei einer Ortsbegehung gab es seitens der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises keine Einwände gegen das Konzept.
08.07.21
Neumarkt: Bald legal im Wald?
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