FLitZ-Preis verliehen


Das Dietfurter "Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus" und die Ehrenamtlichen des Neumarkter
Leb-mit-Ladens.
Fotos: Erich Zwick

Blumen für die "Managerinnen" Elfriede Zenglein (rechts) und
Juliane Braun (links).
NEUMARKT. Zwei Gruppierungen im Landkreis teilen sich den mit tausend Euro dotierten Ehrenpreis des Vereins "Freie Liste Zukunft (FLitZ)": die Ehrenamtlichen im Neumarkter Projekt "Leb-mit-Laden" und das Dietfurter "Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus". Die Verleihung nahmen am Dienstag Vereinsvorsitzender Dieter Ries und FlitZ-Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky im "Alten Glossner-Wirtshaus" vor.

"Wir übergeben den Preis mit einem sehr guten Gefühl", hob Madeisky in seiner Begrüßung hervor, und Vorsitzender Dieter Ries begründete das damit, dass hier Persönlichkeiten geehrt werden, "die Mitbürgern in ihrer Not helfen, die Solidarität mit anderen praktizieren ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten oder sie gar einzufordern, Menschen, die ideelle Werte aufbauen, fördern oder versuchen, sie zu erhalten."

Die beiden Gruppen hätten es verdient, besonders hervorgehoben zu werden, obwohl viele andere auch würdig gewesen wären. Sie kommen vielleicht in den nächsten Jahren in den Genuss der mit Urkunde und Geldpreis dotierten Auszeichnung, "denn" - so Dieter Ries - "unser Ehrenpreis soll zur bleibenden Einrichtung werden." Die finanzielle Prämie, die mit der Ehrung verbunden ist, steuern die FlitZ-Stadträte durch ihren Verzicht auf Sitzungsgelder bei.

Weshalb das Dietfurter "Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus" und die 60 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Projekt "Leb-mit-Laden" den Anfang machen durften, brauchte keiner großen Erklärung: "Beiden Gruppen gemeinsam ist ihr Einsatz für die Würde der Mitmenschen, die Achtung von Menschen und die Wahrung des Grundgesetzes", lobte Dieter Ries ihr Engagement - "die einen für den menschlichen Lebensunterhalt und die Würde des Menschen; die anderen für den Erhalt und die Förderung unserer Demokratie."

Unter der Federführung von Juliane Braun ist es im vergangenen Jahr gelungen, ein Aktionsbündnis gegen den Rechtsradikalismus zu schmieden, als sich in Dietfurt "die schlimmen Zeichen von politischen Irrläufern der rechten Szene mehrten". Partei übergreifend, unter Mitwirkung beider Kirchen, der Volksschule, des Dietfurter Stadtrates, des Bürgermeisters, der Juso, der Jungen Union, der Kolpingjugend und der Jugendgruppe Töging hätten 30 Jugendliche "für mehr Demokratie geworben", erläuterte Dieter Ries das Engagement der Initiatoren, die "laut und überzeugend weit über Dietfurt hinaus darauf hingewiesen haben, wohin menschenverachtende, intolerante Ideen und Hetzschriften führen und wie verheerend das Unselige einst endete."

Seine Laudatio, in der er namentlich Bürgermeister Franz Stephan, Peter Hammerl und Otto Schwerdt lobend hervorhob, endete mit dem Dank und der Bitte "weiterzumachen auf dem Weg der Wachsamkeit."

Wie Juliane Braun stellvertretend für die Dietfurter Aktionsgruppe erhielt Diplom-Gerontologin Elfriede Zenglein für die Neumarkter "Leb-mit-Laden"-Streiter einen bunten Blumenstrauß. Elfriede Zenglein sei die erfolgreiche Koodinatorin zwischen den rund 60 Helfern, der Diakonie, den beiden Kirchen in ökumenischer Zusammenarbeit, der Stadt und den Spendern. "Müsste die Allgemeinheit für die vielfachen Dienstleistungen zahlen, die hier ehrenamtlich erbracht werden, kämen hohe Kosten zusammen", gab Dieter Ries zu bedenken.

"Als ungebundener politischer Verein haben wir von FLitZ in der Vergangenheit dem Leb-mit-Laden ein bisschen geholfen, helfen heute hoffentlich mit unserem Preis ein wenig und werden auch in Zukunft beim Leb-mit-Laden mit dabei sein", versprach der Redner. Und zum Abschluss wünschte er "weiter Helfer mit Mut und Kraft, ausreichende Finanzen und eigentlich möglichst wenig Kunden, wenn das damit verbunden wäre, dass die Zahl der Armen abnimmt, weil dann in unserer Gesellschaft hoffentlich gerechter verteilt wird."

Für eine "gerechte Verteilung" unter den Geehrten und ihren Begleitern sorgten die FlitZ-Stadträte Hans Walter Kopp mit einem Ohren- - einer "Romanze" auf der Gitarre - und Johann Georg Glossner mit einem Gaumenschmaus - einem Heidschnucken-Abendessen.
Erich Zwick
08.02.06
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